Auslieferung von Novartis-Impfstoff gestoppt
publiziert: Mittwoch, 24. Okt 2012 / 19:11 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 24. Okt 2012 / 21:30 Uhr
Sind auch Impfstoffe betroffen, die in der Schweiz erhältlich sind?
Sind auch Impfstoffe betroffen, die in der Schweiz erhältlich sind?

Rom - Als Reaktion auf die Untersuchungen der italienischen Behörden hat Swissmedic am Mittwoch einen sofortigen Auslieferungsstopp für zwei Grippe-Impfstoffe von Novartis angeordnet. Es geht um mögliche Verunreinigungen. Betroffen sind 160'000 Impfdosen.

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Swissmedic wurde am Mittwochnachmittag über die Massnahmen der italienischen Behörden informiert, wie das Heilmittelinstitut am Abend mitteilte. Es habe unverzüglich abgeklärt, ob auch Impfstoffe betroffen sein könnten, die in der Schweiz erhältlich seien.

Erste Abklärungen hätten ergeben, dass die Sperrung in Italien erfolgte, weil in den Spritzen weisse Partikel festgestellt wurden. Dabei könne es sich um Verklumpungen von normalen Bestandteilen des Impfstoffs handeln.

Vorsichtsmassnahme

Wegen der unklaren Situation habe Swissmedic für die erwähnten Impfstoffe einen sofortigen Auslieferungsstopp angeordnet und empfohlen, deren Anwendung bis auf Weiteres auszusetzen. Es handle sich dabei um eine reine Vorsichtsmassnahme, betonte Swissmedic. Bisher geimpfte Personen seien gesundheitlich aber nicht gefährdet.

Das Heilmittelinstitut folgt damit einem Entscheid des italienischen Gesundheitsministeriums und der Heilmittel-Behörde (AIFA), welche die Verwendung der drei Impfstoffe Agrippal, Fluad und Influpozzi am Mittwochnachmittag per sofort untersagt hat.

Aufruf an die Bevölkerung

Auf der Grundlage von Dokumenten, die der Basler Pharmakonzern Novartis abgegeben hatte, entschied die AIFA, dass zunächst neue Überprüfungen zur Sicherheit und Qualität dieser Impfstoffe erforderlich seien. Diese könnten Nebenwirkungen und unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, die betroffenen Impfstoffe nicht zu kaufen und auch nicht zu verwenden.

Von der Entscheidung Kenntnis nahm Novartis. Der Pharmakonzern werde weiterhin mit den italienischen Behörden zusammenarbeiten, um die Gründe für die Entscheidung zu erfahren, teilte Konzernsprecherin Isabel Guerra auf Anfrage mit.

(bg/sda)

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