Vorschlag von swisscleantech
Ausstieg aus der Atomkraft soll geordnet sein
publiziert: Montag, 16. Sep 2013 / 12:24 Uhr
Kernkraftwerk Gösgen.
Kernkraftwerk Gösgen.

Bern - Swisscleantech will die AKW-Laufzeitbeschränkung noch einmal aufs politische Parkett bringen. Der Verband der grünen Wirtschaft fordert vom Bundesrat einen Richtwert für die gesamte Restproduktion aus Kernkraft.

12 Meldungen im Zusammenhang
SHOPPINGShopping
AtomkraftAtomkraft
Danach sollen die AKW-Betreiber untereinander festlegen können, wo der Atomstrom produziert werden soll. So könnten ältere Werke wie Mühleberg oder Beznau I und II ihr Produktionskontingent an neuere Werke wie Gösgen oder Leibstadt verkaufen.

Dies würde den Betreibern ein frühzeitiges Abschalten der Anlagen erleichtern. Nach dem swisscleantech-Szenario würde im Jahr 2037 das letzte Schweizer AKW vom Netz gehen.

«Die Lösung wird den Bedürfnissen der Betreiber gerecht und erhöht insgesamt die Sicherheit, ohne dabei die Versorgung zu gefährden», teilte swisscleantech am Montag mit. Es liege nun am Bundesrat, die einzelnen Akteure an den Verhandlungstisch zu bringen und eine für die Schweiz sinnvolle Lösung herbeizuführen.

Sicherer und wirtschaftlicher

Wenn neuere AKW den Reststrom der älteren Anlagen produzieren könnten, würde sich das Risiko eines Kernschadens laut dem Szenario des grünen Wirtschaftsverbands um 40 Prozent reduzieren. Die Berechnungen von swisscleantech basieren auf einer durchschnittlichen Laufzeit aller Anlagen von 50 Jahren.

«Was schlussendlich zählt, ist das Gesamtrisiko der Schweizer Stromproduktion aus Kernkraft», liess sich swisscleantech-Forschungsleiter Christian Zeyer im Communiqué zitieren. Dieses werde mit dem Vorschlag entscheidend reduziert.

Auch wirtschaftlich sei die Lösung mit übertragbaren Produktionskapazitäten sinnvoll. Anstatt alte AKW mit grossen Investitionen nachzurüsten, könnten die Betreiber ihre Restproduktion verkaufen. So würde ein früheres Ausschalten betriebswirtschaftlich möglich, hielt swisscleantech-Präsident Nick Beglinger gemäss Redetext fest.

Auch die Versorgungssicherheit sei bei diesem Vorgehen nicht gefährdet, weil die drei älteren Kernkraftwerke nicht notwendig seien, um genügend Strom sicherzustellen.

Verhärtete Fronten

Mit dem Vorschlag reagiert swisscleantech auf das erste Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050. Dieses hatte der Bundesrat vor knapp zwei Wochen als Gegenvorschlag zur Atomausstiegsinitiative der Grünen verabschiedet.

Der grüne Wirtschaftsverband bezeichnete damals die fehlende Laufzeitbeschränkung für Kernkraftwerke als eine der grössten Lücken der Strategie. Auch andere AKW-Kritiker gaben der Regierung für ihren fehlenden Mut eine schlechte Note.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) plädiert aus Sicherheitsgründen für eine gesetzliche Regelung für die Stilllegung. Die AKW-Betreiber drohen hingegen mit Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe im Fall, dass eine pauschale Befristung von 45 Jahren Tatsache würde.

Sicher ist laut swisscleantech, dass die momentane Unsicherheit und fehlende Planbarkeit der Wirtschaft schaden. Daher müsse möglichst schnell ein Fahrplan für die Stilllegung der Kernkraftwerke gefunden werden.

(bg/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die Atomkraftwerke sollen über die Laufzeit selber entscheiden.
Bern - Die Energiekommission des Ständerates (UREK) will die Laufzeit der ältesten Atomkraftwerke nicht begrenzen. Sie will die AKW-Betreiber auch nicht dazu verpflichten, ab 40 Betriebsjahren ein ... mehr lesen
Bern - Der Nationalrat will die Laufzeit von Atomkraftwerken nicht beschränken. ... mehr lesen
Das älteste Schweizer Atomkraftwerk Beznau I.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Das AKW Leibstadt muss weitere Massnahmen umsetzen.
Brugg AG - Die fünf Atomkraftwerke ... mehr lesen
Döttingen AG - Das Kernkraftwerk Beznau wird derzeit mit einem weiteren ... mehr lesen
Das AKW Beznau erhält ein fünftes Notstromsystem.
Bern - Der Ständerat will die Betreiber von Atomkraftwerken in den nächsten Jahren nicht zusätzlich belasten. Er hat es abgelehnt, dass sie die für die Stilllegung und Entsorgung nötigen Mittel schon nach 40 statt 50 Betriebsjahren bezahlt haben müssen. mehr lesen 
Der Bundesrat hat für seine Energiestrategie 2050 wenig Lob erhalten. (Archivbild)
Bern - Der Bundesrat hat für seine Energiestrategie 2050 wenig Lob erhalten: AKW-Kritiker begrüssen sie zwar grundsätzlich, vermissen aber Laufzeitbeschränkungen für AKWs. ... mehr lesen
Greenpeace und andere Umweltorganisationen werden zum «moralischen Zeigefinger» bei der Energiewende.
Bern - Umweltorganisationen schauen dem Bundesrat bei der Umsetzung der Energiewende auf die Finger. Mit einem neu lancierten Index wollen sie jedes Jahr aufzeigen, ob die Schweiz in ... mehr lesen
Bern - Zu einer allfälligen Laufzeit-Beschränkung für die Schweizer Atomkraftwerke will sich der Nationalrat derzeit nicht äussern. Die grosse Kammer vertagte am Mittwoch einen Entscheid zu einem Vorschlag ihrer Energiekommission für eine maximale Laufzeit von 50 Jahren. mehr lesen 
Wenn dann...
...das Bundesamt für Energie endlich mit der ganzen Wahrheit herausrückt, die jetzt noch zurückgehalten wird, um die CVP und ihre Bundesrätin zu schonen, wird es Beglingers Profit-Cleantech sein, die einen geordneten Ausstieg vollziehen wird, nachdem sie einige Leichen in der Landschaft hinterlassen hat.
Am besten nimmt er seine geschmierten Professoren gleich mit - die uns bis dahin Kosten in der Höhe eines Riesen-AKW verlocht haben werden.

Atomkraft

Produkte passend zum Thema
Filmplakate
ATOMKRAFT? NEIN DANKE POSTER - Filmplakate
Atomkraft? Nein Danke Poster. Grösse: Breite 61,0 cm; Höhe 91,5 cm
12.-
Nach weiteren Produkten zu "Atomkraft" suchen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke waren im ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie ursprünglich nicht vorgesehen.
Finanzhilfen für bestehende Grosswasserkraftwerke ...
Ständerat schwenkt auf Linie des Nationalrats  Bern - Grosswasserkraftwerke sollen Subventionen erhalten, wenn sie den Strom zu tiefen Preisen verkaufen müssen. Darauf haben sich die eidgenössischen Räte geeinigt. Der Ständerat ist am Dienstag auf die Linie des Nationalrats eingeschwenkt. mehr lesen 
Mit Biogas betriebene Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) können fluktuierenden Solarstrom kompensieren und Gebäude beheizen.
ETH-Zukunftsblog Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist es, die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen auszugleichen. Eine ... mehr lesen  
Schweizer Pionierwerk  Zürich - Die Elektrizitätswerke des ... mehr lesen 2
Solarenergie verursacht oft Schwankungen im Netz, trotzdem soll es helfen das Stromnetz zu stabilisieren.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 5°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 6°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
St. Gallen 5°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 6°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 7°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Genf 9°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 16°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten