Ausstieg aus rechten Szenen: Umfeld zentral
publiziert: Mittwoch, 20. Dez 2006 / 16:12 Uhr

Basel - Beim Ausstieg aus rechten Jugendszenen spielen die Familie und Gleichaltrige zentrale Rollen. Inhaltliche Diskussionen und Aufmerksamkeit können helfen.

Die rechte Jugendszene habe sich seit den 90er-Jahren verjüngt.
Die rechte Jugendszene habe sich seit den 90er-Jahren verjüngt.
Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Langzeitstudie der Universität Basel für den Nationalfonds.

Für das Nationale Forschungsprogramm NFP 40+ «Rechtsextremismus - Ursachen und Gegenmassnahmen» hat das fünfköpfige Basler Team speziell die Ausstiegsmotivation von rechtsextremen Jugendlichen untersucht.

40 Personen zwischen 14 und 35 Jahren (5 Frauen) wurden über drei Jahre befragt; zwei Drittel sind 15 bis 20 Jahre alt.

Mehr als eine Phase

Laut den Autorinnen und Autoren ist die Zugehörigkeit zu einer rechten Gruppe «in der Regel» mehr als eine vorübergehende Pubertätsphase.

Erfolgt nach dem Ausstieg keine ideologische Aufarbeitung, wirke die Prägung durch rechtsextremes Gedankengut der Gruppe nach. Meist sei so eher von Austritt anstatt Ausstieg zu sprechen.

«Auch nach dem Austritt lässt es sich erschreckend normal leben», sagte Co-Studienleiter Wassilis Kassis vor den Medien in Basel.

Die vorliegende Studie bilde aber nur Strukturen ab; sie sei keine repräsentative Analyse. Ob und wo die Gesellschaft ein Problem mit Handlungsbedarf sehe, sei erst noch festzustellen.

Verschiedene Gruppen-Typen

Die Forschenden warnen auch vor Verallgemeinerungen: Die rechte Jugendszene habe sich seit den 90er-Jahren verjüngt und «erheblich differenziert».

Vier verschiedene Gruppen-Typen seien auszumachen, nämlich lose grosse Zusammenschlüsse, patriotisch-nationalistische Grossgruppen, informelle Jugendcliquen und straffe Kameradschaften.

Diskretere neuere Erscheinungsformen nutzten Deckmäntel wie Esoterik oder Sport, sagte Co-Studienleiter Ueli Mäder. Allein Glatzen mit Bomberjacken zu kontrollieren reiche nicht, sagte Kassis an die Adresse der Polizei.

Bei Eltern stellt die Studie «eine gewisse Passivität» fest: Manche hofften, die rechte Phase ihrer Sprösslinge gehe rasch vorbei, andere seien verunsichert. Läut Mäder ist jedoch ein inhaltlicher Diskurs wichtig, auch über Gefühle - Jugendliche sollten Zugang zu Argumenten haben.

(rr/sda)

 
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