Fossile Energieträger
Ausstieg innert fünf Jahren gefordert
publiziert: Montag, 24. Feb 2014 / 11:37 Uhr
Der Basler SP-Nationalrat Beat Jans.(Archivbild)
Der Basler SP-Nationalrat Beat Jans.(Archivbild)

Bern - Auf Investitionen in fossile Energieträger soll verzichtet werden. Die Umweltverbände WWF, Greenpeace und 350.org sowie SP und Grüne haben am Montag in Bern vor einer «Carbon Bubble» gewarnt, durch die die Vorsorgegelder gefährdet werden könnten.

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Alle reden heute von der Immobilien- oder der Dotcom-Blase, und keiner von der "Carbon Bubble", der Kohlenstoffblase, wie die Organisationen an einer Medienkonferenz bekannt gaben. Nicht umsonst habe die Grossbank HSBC schon vor einem Jahr davor gewarnt, dass 40 bis 60 Prozent der Marktwerte von Öl und Gas-Konzernen gefährdet seien.

Die fossilen Titel seien doppelt unter Druck. Einerseits verschärften viele Staaten Gesetze, um die Risiken fossiler Energien einzudämmen und die Energieversorgung in Richtung erneuerbarer Energien zu lenken. Anderseits stiegen immer mehr Investoren aus fossilen Investitionen aus.

Das sei fatal, denn die 200 grössten fossilen Energiekonzerne wiesen ein gigantisches Kapital in der Höhe von 4000 Milliarden Dollar (ca. 3540 Mrd. Franken) auf: Es drohe deshalb ein massiver Kurssturz mit unabsehbaren Folgen.

Gefahr für Vorsorgegelder?

Die Vorsorge- und Nationalbankgelder der Schweiz produzieren laut dem Basler SP-Nationalrat Beat Jans schätzungsweise zehn Mal mehr CO2 als die Schweizer Volkswirtschaft. Geschätzte 50 Milliarden Franken seien in Konzerne investiert, die viel Öl, Gas und Kohlereserven in ihren Büchern auswiesen.

SP und Grüne fordern deshalb Vorgaben für Anleger von Volksvermögen. Die SP verlangt mit vier Motionen, dass die Pensionskassen, die Nationalbank, die SUVA- und der AHV-Fonds keine Wertpapiere mehr von Konzernen kaufen dürfen, welche Erdöl-, Erdgas oder Kohle fördern oder entsprechende Rohstoffreserven besitzen.

Bestehende Wertpapiere sollen innerhalb von fünf Jahren abgestossen werden. Die Grünen verlangen zusätzlich eine strengere Kontrolle der Grossbanken bei Investitionen im Bereich fossiler Energieträger durch die Finanzmarktaufsicht Finma.

Katharina Serafimova, Finanzexpertin WWF Schweiz, wies darauf hin, dass rund 80 Prozent der Reserven an fossiler Energie bei Einhaltung des Zwei-Grad-Klimaszenarios nicht mehr verbrannt würden. Wenn die CO2-Emissionen noch strenger reduziert würden, dann seien diese Reserven wertlos.

"Die Politik setzt die Zeichen in eine Richtung, die Finanzmärkte fahren mit Vollgas in eine andere Richtung", sagte sie. Die WWF-Finanzexpertin warnte davor, dass ein Rückzug von grossen Investoren eine Kettenreaktion auslösen könnte.

(ig/sda)

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