Australien besteht auf Beteiligung an Ermittlungen
publiziert: Montag, 14. Okt 2002 / 12:05 Uhr

Kuta - Nach den verheerenden Bombenanschlägen auf der Ferieninsel Bali verlangt Australien von Indonesien, an den Ermittlungen beteiligt zu werden. Mehrere Dutzend australische Polizei- und Geheimdienstbeamte machten sich bereits auf den Weg nach Bali.

Australiens Premierminister John Howard besteht auf Beteiligung an Ermittlungen in Bali.
Australiens Premierminister John Howard besteht auf Beteiligung an Ermittlungen in Bali.
Wir haben ein Recht darauf und ich habe die Pflicht, die indonesische Regierung zu einer kooperativen Anstrengung zu drängen, sagte Premierminister John Howard im australischen Radio. Howard rief seine Landsleute auf, sich auf eine katastrophale Opferzahl einzustellen.

Auch die USA und Grossbritannien boten Hilfe bei den Ermittlungen an. Die Mehrzahl der mindestens 187 Toten und mehr als 300 Verletzten stammten wahrscheinlich aus Australien. Unter den Toten ist auch mindestens eine Schweizerin. 80 Schwerverletzte wurden bereits in australische Spitäler ausgeflogen.

Auf dem Transport und kurz nach der Ankunft in Australien starben zwei Verletzte. Australische Medien berichteten, dass noch 220 Australier auf Bali vermisst würden.

Wer die Anschläge verübte, ist noch völlig unklar. Bis heute Morgen bekannte sich niemand zu den Bombenattentaten. Auch wurde nichts über Festnahmen bekannt. Die australische Regierung sprach von einem gezielten Terroranschlag gegen westliche Urlauber.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die Anschläge auf Bali und rief alle Staaten der Welt auf, im Kampf gegen Terrorismus zusammenzuarbeiten.

Annan sagte bei einem Besuch in Peking, die Anschläge auf Bali verstiessen gegen alle moralischen Standards und seien durch nichts zu rechtfertigen. Zuvor hatte bereits US-Präsident George W. Bush die Welt aufgefordert, sich der Herausforderung des Terrorismus zu stellen.

(sda)

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