Australien ruft Bürger zum Verlassen von Bali auf
publiziert: Donnerstag, 17. Okt 2002 / 18:43 Uhr

Sydney/Jakarta - Nach neuen Warnungen vor Terroranschlägen haben Australien und Neuseeland ihre Bürger zum Verlassen Indonesiens gedrängt.

Die australischen Geheimdienste hätten beunruhigende neue Drohungen erhalten, sagte der australische Aussenminister Alexander Downer im Parlament. Sein neuseeländischer Amtskollege Phil Goff erklärte, besonders bedroht seien Clubs, Restaurants, Bars, Schulen, aber auch Touristengebiete.

Die indonesische Regierung geht mittlerweile davon aus, dass ausländische Extremisten gemeinsam mit Einheimischen den Anschlag verübten. Endgültige Klarheit müssten die Ermittlungen bringen, sagte Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono.

Die Jakarta Post hatte unter Berufung auf den Geheimdienst berichtet, der Anschlag mit mindestens 190 Toten sei von sieben Ausländern geplant und ausgeführt worden. Anführer seien ein Jemenit und ein Malaysier gewesen. Einer der mutmasslichen Attentäter stamme aus Europa.

Nach anhaltendem Druck aus dem Ausland kündigte Jakarta die verschärfte Bekämpfung terroristischer Aktivitäten an. Der geplanten Spezialeinheit für den Anti-Terror-Kampf sollten Militärs und Polizisten angehören, sagte Justizminister Yusril Ihza Mahendra.

Sie soll unter anderem befugt werden, Verdächtige ohne Prozess bis zu ein Jahr in Haft zu nehmen. Der Erlass, der am Freitag veröffentlicht werden soll, wird auch die Todesstrafe für Terroristen vorsehen.

(sda)

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