Zwangsaufenthalt auf Nauru
Australien weist Klage wegen Flüchtlingslager ab
publiziert: Mittwoch, 3. Feb 2016 / 06:47 Uhr
Das Flüchtlingslager auf Nauru wird weiterhin betrieben.
Das Flüchtlingslager auf Nauru wird weiterhin betrieben.

Sydney - Australien darf Asylsuchende weiterhin in Flüchtlingslagern auf entlegenen Inseln unterbringen. Der Oberste Gerichtshof Australiens hat eine Klage gegen den Zwangsaufenthalt in dem von Australien betriebenen Flüchtlingslager im pazifischen Inselstaat Nauru abgewiesen.

2 Meldungen im Zusammenhang
Die Klage einer Frau aus Bangladesch sei nicht gerechtfertigt, urteilte das Gericht am Mittwoch. Die Frau wollte erreichen, dass ihre Internierung auf Nauru für illegal erklärt wird. Sie war wegen eines medizinischen Notfalls während ihrer Schwangerschaft nach Australien gebracht worden.

Eine Rückkehr nach Nauru würde sie, ihren Mann und das mittlerweile ein Jahr alte Kind traumatisieren, hatten die Anwälte argumentiert. Jede Mutter habe das Recht auf ein gutes Leben an einem sicheren Platz für ihre Familie.

Die Klage galt als Testfall für mehr als 260 Asylbewerber, darunter 37 in Australien geborene Babys, und 54 andere Kinder, die zur medizinischen Behandlung nach Australien geflogen worden waren. Sie verweigerten die Rückkehr und hofften auf ein positives Ergebnis der Klage.

Strenges Regime für Bootsflüchtlinge

Die australische Regierung lässt keine Bootsflüchtlinge ins Land, sondern interniert sie auf Nauru, Papua Neuguinea oder der Weihnachtsinsel. Selbst wenn ihr Flüchtlingsstatus anerkannt wird, dürfen die Menschen nicht nach Australien kommen. Dies wird auch international scharf kritisiert.

Erst Mitte Januar wurde bekannt, dass es im Schnitt jeden zweiten Tag Selbstverletzungen in den Übersee-Lagern gibt. Die Bootsflüchtlinge schlucken Gift, schneiden sich selbst mit Messern oder versuchen sich aufzuhängen, wie die Fairfax-Mediengruppe unter Berufung auf Regierungsunterlagen berichtete.

Allein auf Nauru wurden im vergangenen November mehr als 540 Flüchtlinge festgehalten. Eine Senatsermittlung kam unlängst zu dem Schluss, dass die Internierungsbedingungen unangemessen und unsicher sind.

Menschenrechtsgruppen erheben schwere Vorwürfe. Die Regierung in Canberra argumentiert, wegen ihrer harten Politik ertränken weniger Flüchtlinge im Meer.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Sydney - Der Aufstand in einem Haftzentrum für Flüchtlinge auf der zu Australien gehörenden Weihnachtsinsel ist beendet. Die ... mehr lesen 1
Die Polizei konnte den Aufstand im Flüchtlingslager wieder unter Kontrolle bringen.
Wer...
ernsthaft annimmt, dass eine Massenimmigration von Menschen mit einem grundlegend anderen soziokulturellen Hintergrund ohne Gefährdung des inneren Friedens eines westlich orientierten Landes mit einer offenen Gesellschaft einhergehe, entpuppt sich entweder als naiv oder weigert sich, Realitäten zu erkennen.
Das Beispiel in Australien wird sich auch in Europa wiederholen, nur mit dem Unterschied, dass die Flüchtlinge hierzulande nicht auf einer abgelegenen Insel untergebracht sind. Und wer dies als Audruck einer xenophoben Reflexreaktion betrachtet, dem sei ein Besuch in einem Banlieu oder Molenbeek empfohlen.
Hier existieren bereits rechtsfreie Zonen, in denen der Staat die Aufrechterhaltung einer rechtsstaatlichen Ordnung und den Schutz vor Gewalttaten von meist jugendlichen Migranten mit muslimischen Hintergrund nicht mehr zu gewährleisten vermag.
Gemeinnützige internationale Hilfsorganisation
Plan Interntional ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich weltweit für ...
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. 
Die italienische Marine hat 130 Flüchtlinge gerettet.
Dutzende Flüchtlinge vermisst Rom - Bei einem erneuten Bootsunglück im Mittelmeer sind dutzende Flüchtlinge ums Leben gekommen. Die italienische Marine barg nach eigenen ... 2
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als ...  
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Binnenflüchtlinge vor allem im Nahen Osten London - Fast 41 Millionen Menschen sind weltweit vor Krieg und Gewalt im eigenen Land auf der Flucht. ... 1
Weltweit mussten im vergangenen Jahr rund 8,6 Millionen Menschen innerhalb des eigenen Landes fliehen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 17°C 23°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 17°C 24°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 16°C 20°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Bern 16°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 23°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig stark bewölkt, Regen
Genf 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten