Ausweisung irakischer Diplomaten wird geprüft
publiziert: Freitag, 21. Mrz 2003 / 17:46 Uhr

Bern - Die Schweiz prüft die US-Forderung, alle irakischen Diplomaten des Landes zu verweisen und die Botschaften zu schliessen. Frankreich, Russland und Deutschland haben das Gesuch zurückgewiesen.

Russland lehnt eine Ausweisung ab.
Russland lehnt eine Ausweisung ab.
In der Schweiz muss der Bundesrat über das neue Gesuch entscheiden, wie eine Sprecherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage sagte. Er tagt nächstes Mal am kommenden Mittwoch.

Betroffen wären die irakische Botschaft in Bern sowie die irakische Mission an der UNO in Genf. Das alte US-Gesuch um Ausweisung dreier irakischer Diplomaten wurde hinfällig, da das neue Gesuch viel umfassender ist.

In Paris erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums, die US-Forderung tangiere die französische Souveränität. Für einen solchen Schritt sehe Frankreich gegenwärtig keine Veranlassung.

Der russische Aussenminister Igor Iwanow erklärte in Moskau, Russland werde die Ausweisung irakischer Diplomaten ablehnen, wenn eine offizielle amerikanische Aufforderung dazu eingehen sollte. Auch Deutschland folgt der Aufforderung der USA nicht.

Die USA selbst sowie Grossbritannien haben am Freitag ihre Botschaft in Nigeria aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen. Am Vortag waren bereits die Vertretungen in Südafrika, Kenia, Tel Aviv, Jerusalem, Damaskus, Buenos Aires, Canberra und weiteren Ländern geschlossen worden. Die Missionen der USA und Grossbritanniens in Bern bleiben bis auf Weiteres geöffnet.

(bert/sda)

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