Axpo bestätigt Einfuhren «aus dreckigen Quellen»
publiziert: Donnerstag, 9. Sep 2010 / 17:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Sep 2010 / 17:22 Uhr
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In Majak werden überdurchschnittlich viele Krebserkrankungen und Fehlgeburten verzeichnet.
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Zürich - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace läuft gegen die Russland-Geschäfte der Atomindustrie Sturm.

4 Meldungen im Zusammenhang
Grund dafür ist das erstmalige Geständnis des Schweizer Energiekonzerns Axpo, in den Atomkraftwerken (AKW) Gösgen und Beznau importiertes Uran aus der Wiederaufbereitungsanlage Majak einzusetzen.

Axpo-CEO Manfred Thumann hat dies in der «Rundschau» von SF bestätigt. Majak gilt neben Tschernobyl als verstrahltester Ort der Welt. Der vorgeblich saubere Atomstrom strotzt den Umweltschützern nach nur so vor Dreck.

«Solange niemand nachfragt, gehen die Konzerne den ökonomisch günstigsten Weg», meint Greenpeace-Atomexperte Stefan Füglister im Gespräch. Im Beschaffungsprozess ihres Brennmaterials achtet die Industrie mehr auf Kosten als auf die Umwelt. «Auch Natururan ist nicht sauber», erklärt Füglister. Der Vorgang der Wiederaufbereitung ist jedoch der schmutzigste Aspekt in der Lieferkette. Neben den Schweizer AKW wird Uran aus Majak beispielsweise auch nach Deutschland exportiert. «Es kommt in fünf Reaktoren zum Einsatz, darunter etwa Neckarwestheim», sagt Füglister.

Nuklearer Brennstoff aus russischen U-Booten

In Majak wird verbrauchter nuklearer Brennstoff aus russischen U-Booten und Eisbrechern wiederaufbereitet. Dabei werden radioaktive Abwässer laut Greenpeace nach wie vor direkt in den Fluss Tetscha geleitet. «Radioaktive Flüssigkeiten lagern kaum gesichert unter freiem Himmel und gefährden Wasserläufe bis hin zur arktischen See», so die Umweltschützer. Mit überdurchschnittlich hohen Krebsraten und Fehlgeburten, genetischen Schäden bei Kindern und zum Teil schwersten Behinderungen sind die Folgen für die Bevölkerung entsprechend verheerend.

«Wer mit Partnern Handel treibt, denen schwere Umweltvergehen angelastet werden, macht sich mitschuldig», so Füglister. Greenpeace fordert die AKW-Betreiber auf, die zweifelhaften Geschäfte mit Russland bzw. den dortigen Staatsbetrieben zu beenden. Darüber hinaus drängt die Organisation auf einen Stopp der «unlauteren Werbekampagne für so genannt 'sauberen Atomstrom'».

(ht/pte)

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