BAG-Direktor: Kein Verständnis für Ärzteprostest
publiziert: Samstag, 14. Mrz 2009 / 14:41 Uhr

Bern - Thomas Zeltner, der abtretende Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, erwartet eine starke Erhöhung der Krankenkassenprämien. Die Prämien würden 2010 «im hohen einstelligen Bereich» wachsen, sagte er in einem Interview mit dem Berner «Bund».

«Niemand will sich bewegen»: Thomas Zeltner.
«Niemand will sich bewegen»: Thomas Zeltner.
6 Meldungen im Zusammenhang
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) werde alles tun, um eine Erhöhung um einen zweistelligen Prozentsatz zu verhindern, sagte Zeltner in dem am Samstag veröffentlichten Interview. Die Finanzkrise lasse die Reserven der Kassen viel abrupter sinken und die Prämien sprunghafter steigen als erwartet.

Immerhin ist laut Zeltner aber klar, dass keine Kasse derart in Not ist, dass sie ihre Prämien bereits Mitte Jahr erhöhen muss. Entsprechende Gesuche habe das BAG nicht erhalten, sagte er.

Zeltner rechtfertigte im Übrigen den Abbau der Reserven, den der Bund den Krankenkassen verordnet hatte. Zurzeit seien Diskussionen über Massnahmen im Gang, mit denen der Bundesrat und das Parlament gegen die steigenden Gesundheitskosten und die wachsende Prämienlast vorgehen könnten.

«Eigenartiges Signal»

Zudem zeigte Zeltner kein Verständnis für die Protestaktion der Ärzte gegen die Senkung der Labortarife. Dieses gewerkschaftliche Mittel sei ein «eigenartiges Signal», sagte er.

«Es ist nicht unsere Aufgabe, einzelne Partikularinteressen zu schützen», sagte er. Dass die Ärzte wegen der neuen Tarife im Praxislabor keine Diagnostik mehr machten und die Patienten ins Spital schickten, stimme nicht.

Erfolge die Diagnostik nach den Regeln der «Good Practice» werde sie sogar besser als bisher entlöhnt, hielt der BAG-Direktor fest.

Sinnkrise des Hausarztberufs

Zeltner übte zugleich grundsätzliche Kritik an den Hausärzten. Eine Sinnkrise des Hausarztberufs diagnostizierte er, der selbst ausgebildeter Humanmediziner ist, in praktisch allen Ländern Europas. Die gesamte Grundversorgung müsse überprüft werden. Doch in der Schweiz wollle sich niemand bewegen.

(ht/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - 15 000 Hausärzte haben ... mehr lesen
Auf der Demo in St. Gallen wurde Hochdeutsch gesprochen. (Archivbild)
Rund 2000 Ärztinnen und Ärzte demonstrieren in Lausanne gegen die geplante Senkung der Labortarife.
Lausanne - In Genf und in der Waadt haben hunderte Ärztinnen und Ärzte die Arbeit niedergelegt. Mit dem Streik protestierten sie gegen die von Gesundheitsminister Pascal Couchepin verordnete ... mehr lesen
Bern - Thomas Zeltner tritt Ende Jahr ... mehr lesen
Gemäss Thomas Zeltner ist für die kommende Reform ein längerfristiges Engagement erforderlich. (Archivbild)
Am Streiktag sollen die Arztpraxen geschlossen bleiben.
Lausanne - Die Waadtländer ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Auch das Tabata-Training macht in einer kleinen Gruppe oder mindestens zu zweit gleich viel mehr Spass und spornt an.
Auch das Tabata-Training macht in einer ...
Publinews Tabata ist eine Trainingsform, die aus kurzen Trainingsintervallen besteht. Die Trainingsmethode ist aus den 1990er-Jahren und soll die Trainierenden an ihre Grenzen bringen. mehr lesen  
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben ... mehr lesen  
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
98 neue, unbekannte und künstliche Rauschmittel  Lissabon - Immer mehr neue Rauschmittel halten Einzug in Europa. Der europäische Drogenmarkt sei «nach wie vor robust», teilte die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in ihrem am Dienstag in Lissabon veröffentlichten Jahresbericht 2016 mit. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 17°C 34°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 16°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 16°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 18°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 18°C 35°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 22°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten