BAG will bei Pandemiegefahr Flugpassagierdaten erhalten
publiziert: Samstag, 23. Mai 2009 / 20:28 Uhr

Bern - Nach dem zweiten bestätigten Fall von Schweinegrippe in der Schweiz will das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Passagierdaten der Airlines erhalten. So will es Mitreisende gezielt warnen können. Bundesrat Moritz Leuenberger unterstützt das Vorhaben.

Die Verhinderung einer Epidemie steht über der Anonymität von Flugreisenden. (Symbolbild)
Die Verhinderung einer Epidemie steht über der Anonymität von Flugreisenden. (Symbolbild)
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Das BAG hat eine entsprechende Änderung der Pandemieverordnung in die Konsultation geschickt. Sie soll möglichst schnell in Kraft treten, wie Hans Matter, Chef der Sektion Früherkennung und Epidemiologie im BAG, gegenüber Schweizer Radio DRS sagte. Bisher flossen keine Daten.

BAG-Sprecher Jean-Louis Zürcher erklärte mit dem Inkrafttreten sei nicht innert Tagen zu rechnen. Matter erklärte, das BAG wolle in besonderen Situationen Zugriff auf die Daten, wenn eine Gefährdung der Mitpassagiere bestehe. In diesen Fällen wolle man Airlines auf eine Herausgabe verpflichten können.

Anonymität nicht an erster Stelle

Unterstützung erhält das BAG von Verkehrsminister Moritz Leuenberger. Er habe volles Verständnis für die Forderungen, sagte der Bundesrat gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens. Die Verhinderung einer Epidemie müsse über der Wahrung der Anonymität von Flugreisenden stehen.

Zum Thema wurde die Verordnungsänderung, nachdem die US-Gesellschaft, mit der der erste an A/H1N1 erkrankte Mann in die Schweiz geflogen war, die Datenherausgabe verweigert hatte. Das BAG musste daraufhin einen öffentlichen Aufruf starten.

Im konkreten Fall der zweiten an Schweinegrippe erkrankten Person in der Schweiz, einer 24-Jährigen in Bern, gehen die Gesundheitsbehörden von keiner Gefahr für die Mitreisenden aus, da sie zum Zeitpunkt ihrer Reise nach menschlichem Ermessen nicht ansteckend war. Die Bernerin war vergangene Woche von einer Reise aus Mexiko und den USA zurückgekehrt.

Die Frau konnte das Berner Inselspital, wo sie seit Mittwoch isoliert war, wieder verlassen, wie der Berner Kantonsarzt Hans Gerber auf Anfrage sagte. Es gehe ihr den Umständen entsprechend «sehr gut». Ihre behandelnden Ärzte hätten der Frau aber empfohlen, noch einige Tage zu Hause zu bleiben.

(sl/sda)

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