BAKOM: Voruntersuchung gegen MusicStar
publiziert: Sonntag, 8. Feb 2004 / 17:33 Uhr

Zürich - Das Instrument Telefon-Voting soll juristisch eingeordnet werden. Das BAKOM leitete deshalb gegen die Sendung MusicStar von SF DRS eine Voruntersuchung ein. Grund dafür ist das noch nie dagewesene Ausmass, das MusicStar damit erreicht.

SF DRS hat durch Telefon-Voting bei MusicStar hohe Zusatzeinnahmen generiert.
SF DRS hat durch Telefon-Voting bei MusicStar hohe Zusatzeinnahmen generiert.
Wir haben eine Voruntersuchung gegen ´MusicStar´ eingeleitet, bestätigte der Sprecher des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM), Bernhard Bürki, Medienberichte. Es gehe bei dieser Untersuchung darum, juristisch Ordnung zu schaffen. Das Instrument ´Telefon-Voting´ ist rechtlich noch nicht untersucht worden, sagte Bürki.

Kritisiert wird, dass ein gebührenfinanzierter TV-Sender wie SF DRS durch Telefon-Voting bei MusicStar hohe Zusatzeinnahmen generiert. Das ist erlaubt, sagt Bürki. Auch gebe es dieses Instrument schon lange - bei der Miss-Schweiz-Wahl oder auch beim Swiss-Award - ´MusicStar´ ist jedoch die erste Sendung mit diesem Ausmass.

Seit Wochen rufen Sonntagabend für Sonntagabend hunderte von Fans auf die Nummern der Swisscom an, um ihre Lieblinge eine Runde weiter zu schicken. Ein Anruf kostet 70 Rappen - die Hälfte davon fliesst in die Kasse der SRG SSR idée suisse. Wegen der Höhe dieser Preise hatte sich auch schon der Preisüberwacher eingeschaltet.

Die Voruntersuchung dauert gemäss BAKOM rund drei bis vier Wochen. Danach fällt erst der definitive Entscheid über eine Aufsichtsbeschwerde. Ob SF DRS einen Teil der Voting-Einnahmen wieder abgeben muss, ist noch offen, sagte Bürki weiter. Die Voruntersuchung sei vor allem auch eine Grundlage für künftige ähnliche Fälle.

(bert/sda)

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