BB wegen rassistischen Aussagen verurteilt
publiziert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 15:53 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 10. Jun 2004 / 16:18 Uhr

Paris - Die französische Filmlegende Brigitte Bardot ist wegen Aufstachelung zum Rassenhass zu 5000 Euro (rund 7500 Franken) Geldstrafe verurteilt worden. Auch ihr Buchverlag Éditions du Rocher muss eine Busse von 5000 Euro zahlen.

Brigitte Bardot hatte sich in ihrem Buch zu hart gegen den Islam geäussert.
Brigitte Bardot hatte sich in ihrem Buch zu hart gegen den Islam geäussert.
Dies entschied ein Pariser Strafgericht. Die Ex-Diva und der Verlag waren von Menschenrechtlern wegen islamfeindlicher Aussagen in Bardots Buch "Un cri dans le silence" ("Ein Schrei in der Stille") angezeigt worden.

Darin heisst es unter anderem, die französische Bevölkerung werde von jungen Islamisten "terrorisiert". Der Rechtsextremen-Führer Jean-Marie Le Pen war zuletzt wegen ähnlicher Äusserungen zu 10 000 Euro Strafe verurteilt worden.

BB nimmt kein Blatt vor dem Mund

Die 69-jährige Bardot beklagt in dem Skandalbuch unter anderem eine "Islamisierung" Frankreichs sowie das "unterirdische gefährliche Einströmen" von Moslems. Sie beschimpft Schwule, Obdachlose und andere Gruppen.

Zudem verunglimpft der erstmals im Mai 2003 erschienene Text Kinder von Eltern verschiedener Hautfarbe. Ausdrücklich geisselt die seit Jahrzehnten vor allem als engagierte Tierschützerin auftretende Ex-Schauspielererin die rituellen Schlachtungspraktiken zum islamischen Opferfest.

In der mündlichen Verhandlung hatte Bardot geltend gemacht, sie wolle niemanden verletzen, aber die Menschen aufrütteln. Vom Kern ihrer Aussage rückte sie nicht ab. Wie die als Kläger auftretenden Menschenrechtsorganisationen hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafe für Bardot gefordert und ihr vorgeworfen, sie stelle Moslems und die mit ihnen angeblich verbundenen Gefahren verzerrt dar. Bei der Urteilsverkündung war Bardot selbst nicht zugegen.

(fest/sda)

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