Bär Mario aus engem Käfig befreit
publiziert: Freitag, 7. Jul 2006 / 09:51 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Jul 2006 / 17:32 Uhr

Zürich/Rüfenach - Nach 23 Jahren hinter Gittern wurde Bär Mario gestern Nacht in einen grosszügigen Bärenpark gebracht. Vor den Medien im aargauischen Zoo Hasel kritisierte die Tierschutz-Organisation VIER PFOTEN scharf die Tierschutz-Verordnung, die solch tierquälerische Haltung zulässt.

Bär Mario aus engem Käfig befreit.
Bär Mario aus engem Käfig befreit.
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Zur Stiftung für Tierschutz
Homepage «Vier Pfoten»
www.vier-pfoten.ch/

Zoobär Mario ist in seinen 23 Lebensjahren nie über den 160 m2-Käfig hinaus gekommen, den ihm der Haselzoo in Rüfenach (AG) zubilligte. Jahrelang war Mario sogar in einer noch kleineren Grube versenkt. «Die Leidensgeschichte von Mario steht symbolisch für eines der grössten Tierschutzprobleme im Land; dass nämlich Politik und Behörden solche jämmerlichen Haltungen tolerieren», sagte VIER PFOTEN-Geschäftsführer Marcel Odermatt an der Medienorientierung vor dem Bärenkäfig.

Tierschützer fordern neues Tierschutzgesetz

Die Tierschützer formulierten konkrete Forderungen am Beispiel des Bären: «Statt den völlig ungenügenden Mindestanforderungen müssen die Behörden Massstäbe für eine gute Praxis der Tierhaltung definieren. Für einen Bären heisst das 3000 m2 Platz, Wald, Wasser zum Schwimmen, Bäume zum Klettern und Rückzugsmöglichkeiten.»

Nationalrätin Barbara Marty (ZH) zitierte die rechtlichen Grundlagen für die Wildtierhaltung. «Nach der Diskussion um das neue Tierschutzgesetz erwarten wir vom Bundesrat, dass er die Verordnung im Sinne einer artgerechten Tierhaltung präzisiert», sagte die Politikerin. Der Verordnungsentwurf wird nächste Woche veröffentlicht.

Mario entdeckt die «Freiheit»

Für den Bären Mario ist das jetzt bedeutungslos. VIER PFOTEN hat die Verantwortung für den Bären übernommen und im Alternativen Bärenpark Worbis (D) einen Platz gefunden, wo Mario seine natürlichen Instinkte wieder entdecken kann. «Er lernt erst einmal ganz allein und in Ruhe, ein Bär im Wald zu sein», schilderte Parkleiter Uwe Lagemann die Eingewöhnung. Später wird Mario auf elf Artgenossen und ein Rudel Wölfe treffen, die das 40'000m2 grosse Wald- und Wiesen-Areal zusammen bewohnen.

(li/ots)

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