Bagdad: Nationalmuseum geplündert
publiziert: Samstag, 12. Apr 2003 / 16:22 Uhr

Bagdad - Vier Tage nach dem US-Einmarsch in Bagdad bleibt die Sicherheitslage in der irakischen Hauptstadt gespannt. Der britische Sender BBC berichtete von Schiessereien auf der Strasse.

Das Bagdader Nationalmuseum hat Schätze aus über 3 000 Jahren Menschheitsgeschichte.
Das Bagdader Nationalmuseum hat Schätze aus über 3 000 Jahren Menschheitsgeschichte.
Vereinzelt gebe es auch Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten. Zum Teil kontrollierten Bürgerwehren die Strassen, errichteten Barrikaden und verjagten Plünderer.

Auch das Irakische Nationalmuseum in Bagdad, in dem Meisterwerke der sumerischen, babylonischen, assyrischen und islamischen Kultur ausgestellt sind, wurde teilweise geplündert.

Patienten sterebn

Besonders schlimm betroffen von den Plünderungen sind die Spitäler. Die medizinische Versorgung in Bagdad liegt nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) am Boden. Patienten sterben, weil sie keine Pflege erhalten.

Das Personal komme wegen der prekären Sicherheitslage nicht zur Arbeit. Das IKRK rief die US-Armee auf, die Spitäler in der irakischen Hauptstadt zu schützen.

US-Armee tue Möglichstes

General Vincent Brooks vom US-Zentralkommando in Katar unterstrich, die Armee tue ihr Möglichstes, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. An einigen Stelle reiche die Präsenz des Militärs aus. Wir können nicht an allen Orten präsent sein.

In Bagdad und Basra wollen die US-geführten Truppen Plünderungen mit Hilfe einheimischer Polizisten eindämmen. Die USA kündigten die Entsendung von 1 200 Justizbeamten und Polizisten in den Irak zur Hilfe bei der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung an.

(bsk/sda)

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