Lima - Nach der Evakuierung aller Touristen aus den überschwemmten Gebieten um die alte Inka-Stadt Machu Picchu rechnet die peruanische Regierung mit einschneidenden Einbussen. Die Instandsetzung der einzigen Bahnlinie zu der Touristenattraktion wird Wochen dauern.

Neben der Bahnlinie zu der Attraktion in 2500 Metern Höhe besteht lediglich die Möglichkeit, Machu Picchu über einen alten Inka-Wanderpfad zu erreichen. Die 45 Kilometer lange Tour dauert vier Tage und ist wegen der Wetterverhältnisse derzeit auch nicht möglich.
Machu Picchu ist eine wichtige Einnahmequelle für die regionale Wirtschaft und den peruanischen Staat. Jedes Jahr besuchen mehr als 400'000 Touristen die alte Inka-Stadt. «Der Tourismussektor wurde hart getroffen», sagte der Vorsitzende der Tourismuskammer Bartolome Campaña. Die Einheimischen müssten nun mindestens zwei Monate auf Arbeit warten.
Hilfe für die Betroffenen
Nach Angaben der Behörden haben durch die schwersten Regenfälle seit 15 Jahren etwa 80'000 Menschen ihr Hab und Gut ganz oder teilweise verloren. Rund 4600 Häuser und zahlreiche Brücken wurden beschädigt. 16'000 Hektaren Ackerland liegen unter Wasser.
Mindestens neun Peruaner und eine argentinische Touristin kamen durch Erdrutsche und Überschwemmungen ums Leben. Die Regierung hat für 60 Tage den Notstand über die Andenregion Cusco verhängt. Bei einem Besuch der Hochwasserregion sagte Präsident Alan García den Betroffenen Hilfe zu.
Anfang Woche wurde damit begonnen, die meist ausländischen Touristen aus der Region auszufliegen. An der Luftbrücke waren zwölf Helikopter beteiligt, die Hälfte aus den USA. Auch Argentinien und Chile entsandten Militärmaschinen, um Leute auszufliegen. Einheimische kritisierten, die Evakuierung habe wichtige Hilfsflüge für die notleidende Bevölkerung verzögert.
Touristen wurden ausgeflogen
Die internationale Rettungsaktion für die Machu-Picchu-Besucher wurde unterdessen abgeschlossen. Alle Touristen seien ausgeflogen worden, sagte Tourismusminister Martín Perez. Sie seien in ein nahe gelegenes Dorf gebracht und dann mit Bussen nach Cusco gefahren worden.
Reisende, die das Unwettergebiet nicht verlassen wollten, seien dazu verpflichtet worden, sagte Perez weiter. Zahlreiche Touristen hatten die vergangenen Tage zum Teil damit verbracht, der einheimischen Bevölkerung beim Bau von Steinwällen gegen die Wasserfluten zu helfen.
(fkl/sda)
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