Bahnchaos nach Messerattacke in Frankreich
publiziert: Freitag, 7. Okt 2011 / 07:37 Uhr / aktualisiert: Freitag, 7. Okt 2011 / 17:30 Uhr
Auch am Freitagvormittag sei noch mit Behinderungen zu rechnen.
Auch am Freitagvormittag sei noch mit Behinderungen zu rechnen.

Paris - Eine brutale Messerattacke gegen einen Zugbegleiter hat in Frankreich zu einem Zusammenbruch des Schienenverkehrs geführt. Aus Protest gegen die Tat verweigerten zahlreiche Bahnmitarbeiter spontan die Arbeit.

2 Meldungen im Zusammenhang
Wie viele der 11'000 französischen Zugbegleiter insgesamt im Ausstand waren, konnte die SNCF am Freitag nicht beziffern. Nach ihren Angaben fielen vor allem im Osten des Landes im Schnitt drei von vier Regionalzügen und zwei von drei TGV-Hochgeschwindigkeitszügen aus.

Erst am Nachmittag begann sich die Situation langsam zu bessern. Nach Plan würden die Züge eventuell erst am Samstagmorgen wieder fahren, teilte SNCF-Chef Guillaume Pepy mit.

Pepy appellierte an alle Bediensteten, die Streiks zu beenden. Die Fahrgäste dürften nicht bestraft werden, weil ein «Geistesgestörter eine verrückte Tat begangen hat». Auch Verkehrsminister Thierry Mariani sagte, die Arbeitsniederlegungen seien keine «angemessene Antwort».

Zugbegleiter notoperiert

Zu dem Angriff auf den Zugbegleiter war es am Donnerstag auf der Strecke von Lyon nach Strassburg gekommen. Der 54-Jährige wurde von einem offensichtlich geistesgestörten Fahrgast mit acht Messerstichen lebensgefährlich verletzt, als er diesen wegen Schwarzfahrens verwarnen wollte.

Der 54-Jährige erlitt schwere Verletzungen im Bauch und am Kopf und musste notoperiert werden. Sein Zustand wurde als «ernst, aber stabil» beschrieben.

Der 27-jährige Täter konnte festgenommen werden. Er gibt nach Angaben der Staatsanwaltschaft an, Alkoholprobleme zu haben und sich an nichts erinnern zu können.

Steigende Gewalt

Gewerkschaftsvertreter hatten bereits kurz nach der Tat dazu aufgerufen, aus Solidarität mit dem niedergestochenen Fahrkartenkontrolleur die Arbeit niederzulegen. Offiziell machten sie von ihrem Recht Gebrauch, bei Gefahr für das Leben und die Gesundheit nicht weiterzuarbeiten.

Gleichzeitig wollen sie mit der Aktion gegen die ihrer Ansicht nach steigende Gewalt gegen Bahnmitarbeiter protestieren. Ein Gewerkschaftssprecher kündigte an, ab kommender Woche solle eine Arbeitsgruppe über eine Verbesserung der Sicherheit in den Zügen beraten.

Auch Auswirkungen auf die Schweiz

Die Fahrgäste wurden wegen der Streiks gebeten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen oder ihre Reise zu verschieben. Auch in der Schweiz müsse mit Verspätungen gerechnet werden, sagte SBB-Sprecherin Patricia Claivaz auf Anfrage.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Lyon - Rund 60'000 Bahnreisende in Frankreich haben am Donnerstag Verspätungen hinnehmen müssen, weil Unbekannte ein ... mehr lesen
Aufgrund eines gekappten Kabels mussten viele Reisende mit Verspätungen rechnen.
Die TGVs verkehren wieder normal.
Paris - Nach einem spontanen Streik der französischen Schaffner wegen eines Messerangriffs auf einen Kollegen ... mehr lesen
Das Bahn-Gütertransportunternehmen müsse als eigenständige Gesellschaft alle unternehmerischen Freiheiten für die Zusammenarbeit mit den Logistikbetrieben haben. (Symbolbild)
Das Bahn-Gütertransportunternehmen müsse als eigenständige ...
Güterverkehr  Bern - Der Verband der verladenden Wirtschaft (VAP) fürchtet, dass Güter von der Schiene verdrängt werden könnten. Gegenüber Personenverkehr und Transitgüterverkehr könnten Binnengüter- und Import/Export-Verkehr das Nachsehen haben, sagte VAP-Präsident Franz Steinegger. 
Gütertransport leidet unter Betriebsqualität des Bahnnetzes
Hupac ärgert sich über zu viele verspätete Güterzüge Zürich - Der grösste Schweizer Kombi-Operateur Hupac hat im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 339'725 Containersendungen ...
Strassenverkehr  Bern - In der Schweiz sind letztes Jahr 69 Fussgänger bei Unfällen gestorben, 723 weitere wurden schwer verletzt. 70 Prozent der Todesopfer waren ...  
Obwohl sich die Verkehrssicherheit konstant verbessert hat, gab es 2013 gleich viele Unfälle mit Fussgängern wie im Jahr 2003.
Fussgänger schwer verletzt Am Freitagmorgen kam es in Embrach zu einer Kollision zwischen einem Fussgänger und einem Lieferwagen. Dabei wurde der ...
Bei der Kollision wurde der Fussgänger schwer verletzt.
Weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte im Strassenverkehr Bern - Bei Verkehrsunfällen sind im ersten Halbjahr 2014 weniger Personen ums Leben gekommen ...
Bei den Velofahrern hat die Zahl der schweren Unfälle zugenommen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • LinusLuchs aus Basel 37
    Das Geld zählt, nicht der Mensch Politikerinnen und Politiker wehren sich gegen Ecopop. Das wäre ... heute 11:03
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2509
    Was... hat man denn erwartet? M. Landolt hat doch nur tapfer die ... So, 19.10.14 19:07
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2509
    Abflug! Man muss hiesige radikale Muslime nur in den Krieg nach Syrien oder ... Mi, 15.10.14 14:33
  • ManuQF aus Sofia 1
    Krise in Bulgarien Also ich lebe und Geschäfte schon seit 20 Jahren in Bulgarien. Eine ... Mi, 15.10.14 12:14
  • tigerkralle aus Winznau 98
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2509
    Und... die reichen Golfstaaten schauen zu? Wieso werden keine Appelle an die ... Mo, 13.10.14 17:04
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Nein. Wir haben den Vertrag im Gegentiel eingehalten. Er sieht vor, dass jedes Land ... Mo, 13.10.14 02:26
  • kubra aus Port Arthur 3177
    Wer sich Wort für Wort mit den Buchstaben eines Buches, das von alten Männern ... Mo, 13.10.14 02:17
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 11°C 13°C bewölkt, Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 10°C 13°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 13°C 15°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 15°C 18°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 14°C 18°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 16°C 20°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 15°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten