Tödliches Lawinenunglück
Bahnmitarbeiter erneut für Tötung verurteilt
publiziert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 10:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 23. Feb 2016 / 15:57 Uhr
Das Lawinenunglück hätte verhindert werden können.
Das Lawinenunglück hätte verhindert werden können.

Stans - Das Nidwaldner Obergericht bleibt dabei: Ein Mitarbeiter der Stanserhorn-Bahn hätte den Lawinentod eines Baggerführers 2012 verhindern können. Es hat den Mann am Dienstag erneut wegen fahrlässiger Tötung für schuldig gesprochen.

Beim Lawinenniedergang vom 24. Februar 2012 am Stanserhorn während Bauarbeiten zur neuen Cabrio-Bahn war ein 33-jähriger Baggerführer ums Leben gekommen. Daraufhin klagte die Staatsanwaltschaft den Sicherheitsverantwortlichen der Bahn sowie einen Forstwart wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht an.

Das Obergericht verurteilte den Sicherheitsverantwortlichen am Dienstag zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 135 Franken bei einer Bewährungsfrist von zwei Jahren. Der Beschuldigte hatte einen Freispruch verlangt.

Dem Sicherheitsverantwortlichen der Bahn sei die gefährliche Lawinensituation zur Zeit des Unfalls bekannt gewesen, erklärte Obergerichtspräsident Albert Müller bei der mündlichen Urteilsverkündung. Dieser habe es unterlassen, die Arbeiter rechtzeitig und adäquat zu informieren. Der Tod des jungen Baggerführers sei vermeidbar gewesen.

Muss zur Verantwortung gezogen werden

Der Beschuldigte sei jedoch kein Krimineller, sagte der Gerichtsvorsitzende weiter. Diesem sei eine pflichtwidrige Unterlassung passiert, die jedem hätte passieren können. Nichtsdestotrotz müsse diese geahndet werden.

Das Nidwaldner Obergericht beriet das tödliche Lawinenunglück am Stanserhorn von 2012 zum zweiten Mal. Das Bundesgericht hatte im Juli 2015 den ersten Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung mangels ausführlicher Begründungen aufgehoben.

Das Kantonsgericht sprach die Beschuldigten im September 2013 frei. Der Staatsanwalt zog das Urteil ans Obergericht weiter und erhielt im April 2014 teilweise Recht. Der Sicherheitsverantwortliche wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, der Forstwart hingegen rechtskräftig freigesprochen.

(pep/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für ... mehr lesen   3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Schweizer Sprayer  Wien - Mit einem Urteil von zehn Monaten unbedingte Haft ist am Wiener ... mehr lesen
Der Sprayer bestritt, das Fahrrad geklaut zu haben.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 9°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 10°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 9°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Luzern 11°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig Nebel
Genf 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Lugano 16°C 20°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten