Balda will sich von 1000 Mitarbeitern trennen
publiziert: Donnerstag, 26. Okt 2006 / 08:28 Uhr

Bad Oeynhausen - Der deutsche Handy-Ausrüster Balda will sich über Werk-Verkäufe und Stellenabbau von rund 1000 Mitarbeitern trennen.

Balda spürt den hohen Preisdruck auf die Zulieferer extrem.
Balda spürt den hohen Preisdruck auf die Zulieferer extrem.
Die drei Werke in Herford in Nordrhein- Westfalen, Seelbach in Baden-Württemberg und Oberlungwitz in Sachsen sollen noch in diesem Jahr verkauft werden, wie Balda am Mittwoch mitteilte.

Im Stammwerk in Bad Oeynhausen werden 250 Arbeitsplätze abgebaut. Dadurch schrumpft die Balda-Belegschaft in Deutschland von 1600 auf 600.

Bad Oeynhausen als bislang grösste Produktionsstätte bleibt der einzige Standort in Deutschland. Vom Abbau betroffen sind zudem gut 450 Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen, die nicht mehr beschäftigt werden könnten.

Balda kündigte zudem für 2006 einen hohen Verlust an. Grund sei unter anderem die Pleite von BenQ Mobile. Wegen Sondereffekten und Kapazitätsabbau dürfte der Verlust zwischen 45 und 50 Mio. Euro liegen. Davon gehen 35 Mio. Euro auf einen Buchverlust zurück.

Prognose gesenkt

Operativ will das Unternehmen nun zwischen 10 und 15 Mio. Euro verdienen. Balda hatte erst vor einem Monat die Prognose für den Vorsteuergewinn von bis zu 48 auf 20 Mio. Euro gesenkt.

Im dritten Quartal sank der Umsatz um 19,8 Prozent auf 82,6 Mio. Euro. Balda begründete den Einbruch mit der Entwicklung beim Handy-Hersteller BenQ und einer nachlassenden Nachfrage bei anderen Abnehmern. Dabei entstand ein Vorsteuerverlust von 47,8 Mio. Euro.

Der Finanzinvestor Audley Capital hatte im September Aktien von Balda erworben und angekündigt, den Handy-Ausrüster komplett übernehmen zu wollen. Das Angebot soll nach damaligen Angaben bei 260 bis 300 Mio. Euro liegen.

Enormer Preisdruck

Balda erklärte, der Preisdruck auf die Zulieferer sei derzeit so gross, dass der globale Markt für Mobiltelefone zwar im Volumen wachse, der Markt für Kunststoffkomponenten beim Umsatz aber eher schrumpfe. Hintergrund sei, dass Hersteller von Mobiltelefonen verstärkt in Asien kaufen. Darauf habe Balda sich mit neuen Fabriken in China eingestellt. Das Unternehmen stellt unter anderem Gehäuse, Knöpfe, Tastatur und Teile des Inneren von Mobiltelefonen her.

(fest/sda)

 
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