Stabilitätspakt soll im Balkan den Frieden sichern
Balkan-Staatschefs wollen kooperieren
publiziert: Sonntag, 13. Feb 2000 / 15:54 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 16. Feb 2000 / 19:43 Uhr

Zagreb - In der von Dauerkrisen erschütterten Balkan- Region sind die politischen Weichen acht Monate nach dem Ende des Kosovo- Krieges neu gestellt. Am Wochenede einigten sich sechs Staatschefs in Bukarest auf eine Charta der zusammenarbeit.

Von Carsten Hoffmann

Solche Bilder wie im Kosovo sollen in Zukunft durch verstärkte Zusammenarbeit im Balkan vermieden werden
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Kurz nachdem in Kroatien eine neue, reformorientierte Regierung die Macht übernommen hat, einigten sich die sechs Staatschefs auf eine Charta der Zusammenarbeit. Es ist das erste Abkommen dieser Art in der Region. «Die Balkan-Staaten haben Frieden gesagt», schrieb die türkische Zeitung «Yeni Binyil» am Sonntag.

Brücken schlagen
Die Türkei, Griechenland, Albanien, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien verpflichten sich, wirtschaftlich und politisch enger zusammenzuarbeiten. Konkrete Projekt für die Infrastruktur sollen Brücken zwischen den Ländern schlagen. Kroatien und Bosnien haben Beobachterstatus. Wächst die Region nun - wie mit dem Stabilitätspakt für Südost- Europa geplant - langsam zusammen? «Am Beginn des dritten Jahrtausends befinden wir uns vor einer grossen Herausforderung», sagt der mazedonische Ministerpräsident Ljubco Georgievski. Gemeinsam soll der Weg hin zur Europäischen Union bewältigt werden. Der bulgarische Ministerpräsident Iwan Kostow sagte am Sonntag: «Die Übereinkunft, jetzt eine gemeinsame Sprache zu sprechen, ist eine neue Qualität in der Region.» Bisher waren die Staaten kaum in der Lage, auch nur eine gemeinsame Botschaft zu vermitteln. Desinteresse und oder Rivalität bestimmten die Beziehungen zueinander, während sie um die Gunst des Westens rangen. Staaten wie Rumänien und Bulgarien beäugten sich je nach Situation mal neidisch, mal schadenfroh.

«Stunde der Wahrheit»
Der Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes, Bodo Hombach, sagt: «Die Erkenntnis hat sich durchgesetzt: Regionale Kooperation führt nicht in die regionale Isolation. Er sieht Ende März die «Stunde der Wahrheit» für den Stabilitätspakt, wenn eine Finanzierungskonferenz Gelder für Projekte bringen soll. Die Europäische Investitionsbank will mit etwa 1,8 Milliarden Mark die Infrastruktur in Südosteuropa aufbauen. Der Vizepräsident der Investitionsbank, Wolfgang Roth, sagte in einem Interview: «Zuerst, wo es möglich ist, reparieren, die alten Zustände nicht wiederherstellen, sondern im gleichen Takt verbessern.» Deren Strahlkraft soll möglichst bis nach Serbien reichen, wo das Regime von Slobodan Milosevic im Zentrum der Krise steht. «Allen ist klar: Ohne eine demokratische Bundesrepublik Jugoslawien wird es auf Dauer keine Stabilität in der Region geben», sagte Hombach in Bukarest. «Der Stabilitätspakt wartet ungeduldig, bis Serbien sein politisches Problem gelöst hat.»

(news.ch)

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