Balkonschütze von Burg überwältigt
publiziert: Freitag, 5. Mai 2006 / 19:46 Uhr / aktualisiert: Freitag, 5. Mai 2006 / 20:37 Uhr

Burg - Ein 27-jähriger Türke hat sich in einer Liegenschaft in Burg im Kanton Aargau verschanzt und mehrere Schüsse abgegeben.

Ein Anwohner hatte beobachtet, wie ein Unbekannter in die Liegenschaft eingestiegen war. (Archivbild)
Ein Anwohner hatte beobachtet, wie ein Unbekannter in die Liegenschaft eingestiegen war. (Archivbild)
Schliesslich wurde er von Polizeigrenadieren überwältigt. Verletzt wurde niemand. Wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte, hatte ein Anwohner gegen 5 Uhr beobachtet, wie ein Unbekannter über den Balkon in die Liegenschaft eingestiegen war.

Kurz nach 6 Uhr habe sich bei der Einsatzzentrale ein Unbekannter telefonisch gemeldet und mitgeteilt, dass er offensichtlich von der Polizei gesucht werde.

Nach einem kurzen Gespräch sei klar gewesen, dass es sich beim Anrufer um den ins Haus eingestiegenen Mann handle, heisst es in der Mitteilung. Die Einsatzzentrale habe ihm nahe gelegt, sich der Polizeipatrouille vor dem Haus zu ergeben. Dies sei vom Anrufer jedoch strikte abgelehnt worden.

Drohung mit Schusswaffe

Stattdessen habe er mehrmals damit gedroht, auf Polizisten zu schiessen oder sich selber umzubringen. Um dies zu unterstreichen habe er drei Schüsse abgegeben - zwei im Haus und einen ab dem Balkon, ohne jedoch dabei auf Personen zu zielen oder konkret jemanden zu gefährden.

Abklärungen ergaben schliesslich, dass es sich beim Anrufer um einen mehfach vorbestraften 27-jährigen Türken handelt, der wegen verschiedener Delikte zur Verhaftung ausgeschrieben war.

Haus gestürmt

Nachdem ein spezialisiertes Vermittlungsteam während Stunden vergeblich versucht hatte, den Mann zur Aufgabe zu bewegen und dieser wiederholt drohte, auf Polizisten zu schiessen, wurde kurz nach 14 Uhr das Haus von Polizeigrenadiren gestürmt.

Dank «Einsatzmitteln und einem Überraschungseffekt» konnte der Mann laut Rudolf Woodtli, Mediensprecher der Kantonspolizei, ohne Gegenwehr festgenommen werden. Er habe zwar die Pistole noch in der Hand gehalten, sei aber nicht mehr in der Lage gewesen, sich zu wehren.

Psychologische Abklärung

Der Verhaftete wird psychologisch abgeklärt. Danach wird entschieden, ob er in Untersuchungshaft genommen oder in eine Psychaitrische Klinik eingewiesen wird.

(ht/sda)

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