Bankangestellte wegen Geldwäscherei angeklagt
publiziert: Montag, 20. Jul 2009 / 12:30 Uhr / aktualisiert: Montag, 20. Jul 2009 / 22:15 Uhr

Bellinzona - Zwei Bankangestellte aus dem Wallis müssen sich vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona wegen des Verdachts auf Geldwäscherei verantworten. Sie sollen die illegalen Einkünfte eines korrupten italienischen Beamten gewaschen haben.

Der italienische Beamte nahm offenbar über 400'000 Euro Schmiergeldern entgegen.
Der italienische Beamte nahm offenbar über 400'000 Euro Schmiergeldern entgegen.
Gegen den 49-jährigen Beamten, der in der Region Aosta-Tal für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen zuständig war, hat die Bundesanwaltschaft (BA) ebenfalls Anklage erhoben. Auch ihm wird der Tatbestand der Geldwäscherei vorgeworfen.

Laut Anklage erhielt er die Gelder als Bestechung von privaten Unternehmen, die sich dadurch den Zuschlag für die Ausführung von öffentlichen Bauaufträgen sichern wollten, insbesondere nach den Überschwemmungen im Aosta-Tal im Herbst 2000.

Die BA geht davon aus, dass sich der 49-Jährige bereits seit den 1980er Jahren seinen Lohn mit Bestechungsgeldern aufbesserte. Im Rahmen einer Einigung vor einem Gericht in Turin hatte er im Jahr 2006 zugegeben, im Laufe seiner Beamtenkarriere rund 440'000 Euro Schmiergeld entgegengenommen zu haben.

Herkunft nicht überprüft

Aufgrund der Verjährungsgefahr und der Tatsache, dass das italienische Verfahren abgeschlossen ist, beschloss die BA, diesen Betrag als Massstab zu nehmen.

Die beiden Bankangestellten aus Martigny im Alter von 54 und 59 Jahren waren dem heute arbeitslosen Beamten bei der Geldwäscherei angeblich behilflich.

Gemäss der Anklageschrift von Bundesstaatsanwalt Andrea Gianini hatten sie Konten eröffnet und Beträge verschoben, ohne die Herkunft der Gelder zu überprüfen. Beide Angeklagten wiesen diese Vorwürfe vor Gericht zurück.

(fest/sda)

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