Details zur Umsetzung der Steuerabkommen provisorisch geregelt
Banken bereiten sich auf neue Regeln vor
publiziert: Dienstag, 21. Aug 2012 / 13:28 Uhr

Bern - Ob das Steuerabkommen mit Deutschland je in Kraft treten wird, ist ungewiss. Fest steht jedoch bereits, wie es im Detail umgesetzt würde: Die Steuerverwaltung hat den Entwurf zu Wegleitungen über die Rechte und Pflichten der Banken veröffentlicht.

2 Meldungen im Zusammenhang
Die Publikation des Entwurfs trage dem Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und der Zahlstellen Rechnung, schreibt die Steuerverwaltung. Auf insgesamt rund 350 Seiten wird erläutert, wie die Banken vorgehen müssten, wenn die Steuerabkommen mit Deutschland, Österreich und Grossbritannien am 1. Januar 2013 in Kraft treten würden.

Die eine Wegleitung betrifft die Regularisierung der Schwarzgelder: Kunden der betroffenen Staaten sollen ihre Gelder nachversteuern oder offenlegen. Die andere Wegleitung betrifft die Abgeltungssteuer, die künftig auf Kapitalerträgen erhoben würde.

Kunden müssen bis Ende Mai entscheiden

In den Wegleitungen werden unter anderem die Fristen geregelt. Demnach müssen die Banken die betroffenen Kunden innerhalb von zwei Monaten nach Inkrafttreten der Abkommen über die Wahlmöglichkeiten informieren. Sie sollen den Kunden also mitteilen, dass sie entweder ihre Konten offenlegen oder anonym einen Teil des Vermögens abliefern müssen.

Treten die Abkommen am 1. Januar 2013 in Kraft, haben die Kunden bis am 31. Mai Zeit, sich zu entscheiden. Sie müssen der Bank für jede Konto- oder Depotverbindung schriftlich mitteilten, ob sie die Vermögenswerte melden oder durch eine Einmalzahlung nachversteuern wollen. Liegt der Bank bis zum Stichtag keine entsprechende Mitteilung vor, muss sie ohne Ermächtigung eine Massnahme zur steuerlichen Regularisierung vornehmen.

Monatliche Übermittlung an den Partnerstaat

Die Informationen im Rahmen der freiwilligen Meldungen müssen die Banken der Steuerverwaltung monatlich übermitteln. Die erste Übermittlung würde im Fall von Deutschland am 31. Juni erfolgen. Die Steuerverwaltung übermittelt ihrerseits die Informationen monatlich an den Partnerstaat, im Fall von Deutschland erstmals am 3. Juli 2013.

Ins Ausland abgezogene Vermögenswerte müssen die Banken dem Staatssekretariat für internationale Finanzfragen bis spätestens Ende Februar 2014 melden. Definiert sind auch die Voraussetzungen dafür, dass Vermögenswerte gemeldet werden. Im Fall von Deutschland ist eine Voraussetzung, dass die Konten zwischen dem Tag der Unterzeichnung - dem 21. September 2011 - und dem Tag vor Inkrafttreten des Abkommens saldiert wurden.

Steuerverwaltung kontrolliert

Für die Kontrolle ist die Steuerverwaltung zuständig. Sie kann Kontrollen direkt vor Ort vornehmen oder Unterlagen einfordern. Ferner kann sie Bankenvertreter zur Einvernahme vorladen. Auf den Verdacht hin, dass eine Bank ihre Pflichten aus den Abkommen grobfahrlässig verletzt, kann die Steuerverwaltung eine Kontrolle auch ohne Voranmeldung vornehmen.

In den Wegleitungen sind zahlreiche technische Aspekte sowie der Umgang mit Sonderfällen geregelt. Die Schweizerische Bankiervereinigung war in deren Erarbeitung involviert. Für die Banken handle es sich um eine wichtige Grundlage, um die Umsetzung vorbereiten zu können, sagte Sprecher Thomas Sutter am Dienstag auf Anfrage. Die Banken könnten nicht erst Ende November damit beginnen.

Dann entscheidet das Stimmvolk über die Abkommen, sofern das Referendum zustande kommt. Das Abkommen mit Deutschland droht allerdings bereits vorher zu scheitern, am Widerstand in Deutschland.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Der Verwaltungsratspräsident der UBS, Axel Weber, erwartet grosse Veränderungen im Finanzsektor und in der ... mehr lesen
Verwaltungsratspräsident Axel Weber.
Didier Burkhalter
Vaduz FL - Beim umstrittenen ... mehr lesen 1
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur ...
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ihren angestammten Bundesstaaten und ziehen nicht in eine andere US-Region mit günstigeren Steuerbedingungen. mehr lesen 
Gotthard steht im Zentrum  Bern - In Bern beginnt heute Montag die Sommersession der eidgenössischen Räte. In der ersten Woche steht allerdings nicht ... mehr lesen
In den nächsten drei Wochen wird im Bundeshaus wieder fleissig politisiert. (Archivbild)
Mit 124 zu 64 Stimmen genehmigte die grosse Kammer den Bundesbeschluss über den Nachtrag I zum Voranschlag 2016.
Nationalrat genehmigt Millionen-Nachtragskredite Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich ... 1
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. ...
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1778
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (502) Ungültiges Gateway.
Source: http://www.news.ch/ajax/home_col_3_1_4all.aspx?adrubIDs=717