Banker wegen Geldwäscherei verurteilt - Anwälte geschockt
publiziert: Donnerstag, 18. Sep 2008 / 14:19 Uhr

Bellinzona - Das Bundesstrafgericht hat fünf Bankkader wegen Geldwäscherei zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen 405 und 486 Tagen verurteilt. Dazu wurden die Angeklagten noch mit Geldstrafen zwischen 45 und 360 Tagessätzen gebüsst.

Die Banker hatten sich vor Gericht als unschuldig bezeichnet.
Die Banker hatten sich vor Gericht als unschuldig bezeichnet.
Überdies müssen die fünf Kader der ehemaligen Discount Bank & Trust Company (DBTC) die Gerichts- und Verfahrenskosten in der Höhe von je 59 073 Franken berappen, wie das Bundesstrafgericht in Bellinzona bekannt gab.

Die Angeklagten hätten die zweifelhafte Herkunft der Gelder zu wenig genau überprüft und sich deshalb der Geldwäscherei schuldig gemacht, sagte Richter Jean-Luc Bacher.

Der Richter stützte damit weitgehend die Version der Bundesanwaltschaft. Diese warf den Bankern vor, rund 45 Millionen Dollar für einen Ring von korrupten brasilianischen Steuerbeamten gewaschen zu haben. Sie forderte für die beiden Hauptangeklagten bedingte Haft von 18 und 30 Monaten.

Die Bundesanwaltschaft sei mit dem Urteil sehr zufrieden, sagte Sprecherin Jeannette Balmer auf Anfrage. Das Bundesstrafgericht habe den Sachverhalt der Anklage gestützt.

Die Verteidiger hingegen sind verärgert über das Urteil. Er sei geschockt, sagte ein Anwalt auf Anfrage. Das Bundesstrafgericht habe entlastende Elemente überhaupt nicht in Betracht gezogen. Das Urteil treffe die Banker extrem hart.

Voraussichtlich werden alle fünf Verurteilten Beschwerde gegen das Urteil einreichen. Sie hatten sich vor Gericht als unschuldig bezeichnet. Ihre Anwälte hatten Freisprüche gefordert.

Vor der Gerichtsverhandlung hatten sie in einem von PR-Berater Klaus J. Stöhlker verfassten Communiqué angekündigt, dass der Prozess mit einem «der grössten Flops der jüngeren Schweizer Justizgeschichte» für die Bundesanwaltschaft enden werde.

(fest/sda)

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