Bankkonto in Chur wegen Parmalat-Pleite gesperrt
publiziert: Freitag, 20. Feb 2004 / 18:10 Uhr

Bern - Das Bundesamt für Justiz (BJ) hat im Zusammenhang mit der Pleite des italienischen Milchkonzerns Parmalat die Sperrung eines Kontos bei einer Bank in Chur angeordnet. Grund dafür war ein Rechtshilfegesuch aus Italien.

Die Parmalat-Pleite schlägt Wellen bis nach Chur.
Die Parmalat-Pleite schlägt Wellen bis nach Chur.
Das Gesuch war am Dienstag in Bern eingetroffen und bezog sich einzig auf das Konto bei einer Bank in Chur, wie BJ-Sprecher Folco Galli auf Anfrage erklärte. Das BJ stellte danach in einer Verfügung fest, dass die Voraussetzungen für die Rechtshilfe im Fall Parmalat erfüllt seien, und liess das Konto in Chur sperren.

Galli machte weder zur Bank noch zur Höhe des Betrages auf dem betroffenen Konto Angaben. Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hatte am 11. Februar jedoch von sich aus darüber informiert, dass im Zusammenhang mit der Parmalat-Pleite Abklärungen im Gang sind.

Laut GKB geht es konkret um eine Transaktion in der Höhe von 3,75 Mio. Dollar, die 1999 im Parlamat-Umfeld erfolgte. Die Kantonalbank hatte von sich aus die Meldestelle für Geldwäscherei sowie die Eidg. Bankenkommission orientiert.

Unterdessen hat die Zukunft des Milchkonzerns langsam konkrete Züge angenommen. Ein Sanierungsplan soll bereits Ende Februar vorliegen. Dies erklärte Industrie-Minister Antonio Marzano nach einem Treffen mit dem neuen Konzern-Chef Enrico Bondi.

Es habe sich herauskristallisiert, dass Parmalat weiter als multinationale Gesellschaft fortbestehen werde, wenn auch kleiner als bisher, zitierte die italienische Zeitung Il Sole 24 Ore den Minister.

Acht Gläubigerbanken und zwei Vertreter der privaten Anleihengläubiger würden bereits in der kommenden Woche eine offizielle Gläubigergruppe bilden, hiess es weiter. Dabei handele es sich um vier italienische und vier ausländische Geldinstitute, darunter Citigroup und Bank of America.

(tr/sda)

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