Barcelona rüstet sich für Weltkulturforum
publiziert: Freitag, 20. Feb 2004 / 10:42 Uhr

Barcelona - Barcelona rüstet sich für ein Grossereignis, das es in dieser Art noch die gegeben hat und das die Stadtväter selbst erfunden haben. Vom 9. Mai bis zum 26. September findet das "Weltforum der Kulturen" statt.

Wo der Fluss Besòs am Stadtrand von Barcelona ins Mittelmeer fliesst, wollte bislang niemand leben. Mit seinen Kraftwerken, Müllverbrennungsöfen und Kläranlagen zählte das Gebiet zu den Schandflecken der katalanischen Metropole. Nun ist hier ein neuer Stadtteil entstanden mit Bauwerken, die Millionen von Besuchern anlocken sollen.

Von Mai bis September will die Stadt quasi der kulturelle Mittelpunkt der Welt sein. Auf dem Programm stehen über 500 Konzerte, 24 Ausstellungen, zahllose Festivals, Theaterstücke und Debatten.

Dazu werden fünf Millionen Besucher erwartet. Allein das künstlerische Programm lassen die Spanier sich 330 Millionen Euro kosten. Die Bauwerke schlugen mit über drei Milliarden Euro zu Buche.

Basler Architektur

An der Mündung des Besòs entstand eine "Kulturstadt", deren Schmuckstück ein Ausstellungspalast der Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron ist. Das in der Form eines Dreiecks gehaltene "Forum-Gebäude" soll - ähnlich wie das extravagante Guggenheim-Museum in Bilbao - zum Symbol des neuen Barcelona werden.

Zu den weiteren "architektonischen Perlen" des Forums gehören das grösste Kongresszentrum in Südeuropa, ein Sporthafen oder eine "plaza", deren Fläche 25 Fussballfeldern entspricht und die zu den grössten städtischen Plätzen der Welt gehört.

Zudem wurden Parks, Badestrände und eine künstliche Insel im Meer angelegt. Ein Denkmal erinnert daran, dass hier bis 1952 auf einem Schiessstand Gegner der Franco-Diktatur exekutiert wurden.

"Globales Parlament"

Das Forum soll nicht nur eine grosse Fiesta und ein Kulturspektakel sein. Es will auch eine Plattform für den politischen Dialog und ein "globales Parlament" sein. Auf Konferenzen und Debatten soll nach Wegen zum Frieden gesucht werden. Barcelona will versuchen, eine Brücke zu schlagen zwischen Davos und Porto Alegre, zwischen den Führern der kapitalistischen Wirtschaft und den Gegnern der Globalisierung.

Barcelona hatte es schon in der Vergangenheit verstanden, Grossveranstaltungen zur Revolutionierung der Stadtentwicklung zu nutzen. Zu den Olympischen Sommerspielen 1992 liess die Stadt Industriebrachen und stillgelegte Fabriken um den Hafen beseitigen und öffnete sich so zum Meer.

Vier Jahre später hatte der damalige Bürgermeister und heutige Regierungschef der Region Katalonien, Pasqual Maragall, den Eindruck, dass Barcelona mal wieder auf Vordermann gebracht werden müsse.

Feste auch feiern, wenn sie nicht fallen

Die Stadt hatte jedoch keine Chance, in absehbarer Zeit eine internationale Grossveranstaltung erleben zu dürfen. So dachten die Verantwortlichen sich das Weltkulturforum aus. Nun hegen sie gar die Hoffnung, dass ihre Idee Schule macht.

Städte Durban, Monterrey oder Montevideo bekundeten Interesse, das Modell aufzugreifen. Allerdings ist das Vorhaben nicht ganz unumstritten. "Das Ganze läuft auf eine Stadtplanung der Superlative heraus", meint der Architekt Juli Capella.

"Die Bewohner der Stadt wollen aber nicht so viele Touristen haben. Sie haben auch nichts davon, wenn Barcelona ständig auf der Titelseite des US-Magazins "Newsweek" steht. Sie wollen lieber in einer humaneren Stadt leben."

(von Hubert Kahl/dpa)

?
Facebook
SMS
SMS
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Balthus vom 2.9.2018 - 1.1.2019 in der Fondation Beyeler in Riehen/Basel
Balthus vom 2.9.2018 - 1.1.2019 in der Fondation Beyeler in ...
Publinews Fondation Beyeler: 2. September 2018 - 1. Januar 2019  Basel - Mit Balthus (1908 - 2001) präsentiert die Fondation Beyeler einen der letzten grossen Meister der Kunst des 20. Jahrhunderts und zugleich einen der eigenwilligsten Künstler der Moderne. mehr lesen  
Publinews Ein Kunsterlebnis zwischen Tradition und Moderne im Herzen von Chur. mehr lesen  
Villa Planta und Erweiterungsbau des Bündner Kunstmuseums Chur.
«Der Champfèrsee» von Ferdinand Hodler.(Ausschnitt)
Landschaftsbild aus dem Engadin  Bern - Das Gemälde «Der Champfèrsee» von Ferdinand Hodler hat für 2,17 Millionen Franken ... mehr lesen  
3406 digitale Bänden  Berlin - 37 Millionen Artikel umfasst die Online-Enzyklopädie Wikipedia aktuell in 300 Sprachen - eine kaum vorstellbare Grössenordnung. Der New Yorker Künstler Michael Mandiberg macht die Dimension greifbar - und stellt die deutsche Wikipedia als begehbaren Bibliothek dar. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 731
    Und noch ein Pionier . . . . . . ach hätten wir doch bloss für jeden hundertsten Juristen einen ... Fr, 24.06.16 09:54
  • jorian aus Dulliken 1754
    SRG: Eishockey & und der ESC Wer am Leutschenbach nicht gehorcht, muss den ESC oder die Eishockey WM ... Fr, 13.05.16 05:44
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Die... Entscheidung von A. Merkel ist völlig richtig: -Sie ist juristisch ... So, 17.04.16 14:13
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Komiker... Böhmermann wird vermurlich, damit die Türkei-Deal-Marionetten in Berlin ... Di, 12.04.16 13:37
  • Bogoljubow aus Zug 350
    Sind Sie sicher dass es nicht Erdowann oder gar Erdowahn heisst? So, 03.04.16 10:47
  • HeinrichFrei aus Zürich 431
    Zürich: von «Dada» zu «Gaga» Die «Dada» Veranstaltungen in Zürich zeigen, dass «Dada» heute eher zu ... Mo, 15.02.16 22:51
  • Midas aus Dubai 3810
    Finde den Unterschied Ah ja, wieder der böse Kapitalismus. Wie gesagt, haben Sie ein besseres ... Mo, 01.02.16 02:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Schöner kann man's nicht erklären «Es handelt sich hier um ausserordentlich sensible Figuren. Da ist zum ... So, 31.01.16 16:48
art-tv.ch Gotthard. Ab durch den Berg Das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt die Tunnelbauten ...
Niconé.
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 0°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, Flocken freundlich
Basel -1°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen -1°C 1°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Bern 0°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee wechselnd bewölkt
Luzern 2°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee freundlich
Genf 4°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Schnee Wolkenfelder, Flocken
Lugano 6°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen Schneeregenschauer
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten