Basel: Ja zu Gegenvorschlag zur Dialekt-Initiative
publiziert: Sonntag, 15. Mai 2011 / 17:41 Uhr
Dialekt und Hochdeutsch werden als gleichwertige Lernziele anerkannt.
Dialekt und Hochdeutsch werden als gleichwertige Lernziele anerkannt.

Basel - «Baseldytsch» in Kindergärten wird gesetzlich geschützt: Sowohl die Dialekt-Initiative als auch der Gegenvorschlag wurden angenommen; in der Stichfrage siegte jedoch letzterer. Somit werden für Dialekt und Hochdeutsch «gleichwertige Lernziele» im Schulgesetz festgeschrieben.

3 Meldungen im Zusammenhang
Zum Volksbegehren gab es 23'330 Ja- und 19'007 Nein-Stimmen, zum Gegenvorschlag 20'502 Ja- und 19'030 Nein-Stimmen. Trotz der klar deutlicheren Zustimmung zur Initiative schwang bei der Stichfrage der moderatere Gegenvorschlag mit 20'949 zu 20'727 Stimmen obenaus - mit nur gerade 222 Stimmen Differenz.

Die durchschnittliche Stimmbeteiligung betrug 40,80 Prozent. Das Volksbegehren wollte Dialekt als Unterrichtssprache im Kindergarten vorschreiben. Weil Hochdeutsch für Schule und Beruf wichtiger ist als «Baseldytsch», war der Gegenvorschlag zustandegekommen.

Die Initianten hatten sich daran gestört, dass wegen schlechten PISA-Daten seit 2009 in baselstädtischen Kindergärten mindestens die Hälfte in Hochdeutsch unterrichtet wird - die Kinder selber dürfen reden, wie sie wollen. Fast 54 Prozent der Kindergarten-Kinder in Basel-Stadt sind fremdsprachig.

Teilschutz für Familiengärten

Der Grossteil der Familiengärten in Basel wird dauerhaft geschützt. Zwar wurde die Initiative «zum Schutz von Basler Familiengartenarealen», die alle bestehenden Gärten auf Stadtboden ganz und auf Dauer sichern wollte, abgelehnt, doch der Gegenvorschlag mit einem Teilschutz kam durch.

Die Familiengarten-Initiative wurde mit 15'273 gegen 26'724 Stimmen deutlich verworfen. Der Gegenvorschlag, der mindestens 80 Prozent der Gärten sichert, kam mit 22'400 gegen 18'456 Stimmen durch.

Staatliche Spitäler werden ausgelagert

Weiter beschlossen die Stimmberechtigten mit 23'187 gegen 18'519 Stimmen, die staatlichen Spitäler aus der Kantonsverwaltung auszugliedern. Gegen die Verselbständigung als öffentlich-rechtliche Anstalten war das Referendum ergriffen worden. Bereits 1999 ausgegliedert worden war das heutige Universitäts-Kinderspital beider Basel.

Die in den meisten Kantonen schon vollzogene Ausgliederung soll die öffentlichen Spitäler flexibler und transparenter machen für die ab 2012 landesweit neu geregelte Spitalfinanzierung. Linke befürchten damit schlechtere Arbeitsbedingungen, weniger Kontrolle und eine schleichende Privatisierung. Die Spitäler bleiben im Kantonsbesitz.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Solothurn - Die SVP des Kantons ... mehr lesen
Das Thema sei im Kanton Solothurn vermutlich noch zu wenig aktuell. (Symbolbild)
Unterrichtspause an der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon.
Zürich - Nicht tragbare Schülerinnen ... mehr lesen
Zürich - Die Sterbehilfe bleibt im ... mehr lesen
Weiterhin Sterbehilfe auch für Ausländer möglich.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte weit entfernt: So weit wie der Nationalrat will die kleine Kammer der Wirtschaft nicht entgegenkommen. mehr lesen  
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene vorwärts zu machen. Die Mitglieder ... mehr lesen
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 8°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Basel 9°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 10°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Bern 7°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 9°C 16°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wolkig, aber kaum Regen
Genf 8°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 12°C 14°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten