Hotelschiff für Asylsuchende auf dem Rhein
Basel-Stadt bringt Asylsuchende auf altem Hotelschiff unter
publiziert: Dienstag, 17. Apr 2012 / 19:11 Uhr
Schon 1985 hatte der Bund ein Rheinschiff als Empfangsstelle genutzt.
Schon 1985 hatte der Bund ein Rheinschiff als Empfangsstelle genutzt.

Basel - Mit einem Hotelschiff auf dem Rhein will der Kanton Basel-Stadt in Zukunft Engpässe bei der Unterbringung von Asylsuchenden beheben. Bei Bedarf kann auf diesem Weg Platz für 80 bis 90 Asylsuchende geschaffen werden, wie die Regierung am Dienstag mitteilte.

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Für die Asylsuchenden eingesetzt werden soll das 1960/61 gebaute Fluss-Kreuzfahrtsschiff «Hispania» (früher «Helvetia»). Das 93,2 m lange und 11,6 m breite Schiff gehört einem deutschen Eigner und liegt derzeit in Rotterdam vor Anker. In den letzten Jahren wurde es immer wieder auf Grossbaustellen als Unterkunft für Arbeiter eingesetzt.

Bei Bedarf rasch in Basel

Nach Auskunft von Renata Gäumann, beim Kanton Basel-Stadt für die Koordination des Asyl- und Flüchtlingswesen zuständig, kann die «Hispania» bei Vorliegen der nötigen Bewilligungen kurzfristig in Basel eingesetzt werden. Als Liegeplatz vorgesehen ist der St. Johanns-Rheinweg auf der Grossbasler Seite des Stroms.

Auf dem Schiff können bis zu 90 Asylsuchende untergebracht werden, zumeist in kleinen Einzelkabinen. Nach Angaben Gäumanns ist die «Hispania» mit ihrem einfachen Ausbau vergleichbar mit einer Asyl-Liegenschaft. Finanziell sie die Schiff-Lösung gar etwas günstiger, weil die «Hispania» innerhalb eines Monats wieder zurückgegeben werden kann, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Schon 1985 ein Asylschiff

Die Unterbringung von Asylsuchenden auf dem Rhein ist für Basel nicht neu: Schon 1985 hatte der Bund ein Rheinschiff als Empfangsstelle genutzt. Als die Idee mit dem Asylschiff vergangenes Jahr wieder lanciert wurde, stiess sie jedoch im Grossen Rat auf Ablehnung. Ein entsprechender Vorstoss der SVP wurde mit 37 zu 36 Stimmen knapp verworfen.

Die Regierung liess die Idee dennoch weiterverfolgen. Sie ziehe die Variante Asylschiff der Eröffnung einer weiteren Zivilschutzanlage vor, schreibt sie in der Mitteilung. Denn nach Möglichkeit sollten Asylsuchende nicht über Monate unter Tag untergebracht werden.

Vorderhand braucht es das Asylschiff im Stadtkanton jedoch nicht. Weil ab Mai 75 zusätzliche Plätze für Asylsuchende zur Verfügung stehen, zeichne sich eine leichte Entspannung ab, heisst es im Communiqué.

Derzeit sind in Basel-Stadt rund 400 Asylsuchende und 250 vorläufig Aufgenommene in 25 Liegenschaften und einer Zivilschutzanlage untergebracht. Das Asylschiff soll beim nächsten Engpass zum Einsatz kommen.

(fest/sda)

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Genügend?
"als Unterkunft für Arbeiter eingesetzt"
Aufgrund der Ansprüche die Asylbewerber an die CH stellen dürfte höchst fraglich sein ob dieses Schiff als Unterkunft den Asylbewerbern genügt. Der Typ "angeblich armer Verfolgter" und seine Ansprüche haben sich doch seit 30 Jahren nicht geändert. Lediglich dass in hiesigen Asylunterkünften Frauen und Kinder, die wirklich verletzlichsten in Konflikten, nach wie vor selten anzutreffen sind.
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