Basel reist angeschlagen nach Hause
publiziert: Freitag, 15. Feb 2008 / 00:31 Uhr

Der FC Basel reiste vom Trip nach Lissabon angeschlagen in die Schweiz zurück. Das 0:2 gegen Sporting verschliesst ihm wohl den weiteren Weg im UEFA-Cup und die personellen Sorgen sind grösser geworden. Drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen den FC Zürich wiegt der Ausfall von Goalie Costanzo schwer.

Den Baslern wurden im Spiel gegen Sporting Lissabon klar die Grenzen aufgezeigt.
Den Baslern wurden im Spiel gegen Sporting Lissabon klar die Grenzen aufgezeigt.
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Als der Hello-Flug FH6977 gestern Donnerstag um 13.40 Uhr auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse landete, war das wohl das Ende der Basler Europa-Tour.

Am westlichsten Rand des europäischen Festlandes wurden die internationalen Grenzen des FCB ausgelotet. Ergebnis und Erlebnis liessen in ihrer Deutlichkeit keine Zweifel offen. Der Leader der Axpo Super League war am späten Mittwochabend der Aufgabe nicht gewachsen.

So dürfte sich der FCB nach dem Rückspiel auf die nationalen Wettbewerbe konzentrieren können. Mit fünf Punkten Reserve auf YB (sechs auf den FCZ) im Championat und als grosser Favorit im Cup (die anderen Halbfinalisten sind Thun, Xamax und Bellinzona) sind die Perspektiven innerhalb der Schweizer Grenzen unverändert rosig.

Trotzdem kehrte das FCB-Schiff mit Schlagseite vom Tejo zurück, denn es konnte auf seiner Fahrt drei entscheidende Boien nicht umfahren.

PECH

Auch in der dritten Partie in diesem Jahr verlor der FCB einen Stammspieler. Nach Koji Nakata (gegen YB) und Scott Chipperfield (Xamax) erwischte es in Lissabon Goalie Franco Costanzo. Der Argentinier erlitt die Knieverletzung in der 40. Minute beim Absprung, als er nach einer Flanke greifen wollte.

Costanzo hatte allerdings Glück im Unglück; voraussichtlich kommt er mit einer Pause von drei bis vier Spielen davon. Die MRI-Untersuchung ergab keine Bänderverletzungen, sondern eine Knochenprellung am Schienbeinkopf, eine Verletzung an der äusseren Gelenkkapsel sowie einen grossen Gelenkerguss. Die Art, wie er an Krücken durch die Flughafenhalle gehumpelt war, hatte zunächst eine gravierendere Blessur befürchten lassen.

Von einem Schock wollte Gross nicht reden und er beteuerte, «grösstes Vertrauen in Crayton» zu haben. Aber die Tatsache, dass er fast mehr über den Ausfall von Costanzo als über das Spiel sprach, macht deutlich, wie sehr die Ausdünnung des Kaders auf dem FCB lastet. Gegen den FCZ muss Gross auf vier Fünftel seines Abwehrstammes verzichten. Immerhin fehlen Reto Zanni und Daniel Majstorovic wegen Sperren nur noch einmal.

Auf dem Letzigrund könnte der U21-Internationale Cabral Zanni ersetzen. Malick Ba war auf dieser Position gegen Sporting ungenügend, er könnte aber in der Innenverteidigung eingesetzt werden. Es sei denn Gross setzt auf die innovative Lösung Cabral-Ferati-Marque-Hodel. Drei dieser vier haben vor einem Jahr noch in der Challenge League gespielt.

UNVERMÖGEN

Wie schon bei der Niederlage zehn Tage zuvor bei den Young Boys (0:2) fehlte dem FCB auch gegen Sporting die Wucht in der Offensive. «Wir haben zu kompliziert gespielt. Wir waren als Kollektiv nicht gut und waren zu sehr auf individuelle Aktionen fixiert», erkannte Gross. Vom gradlinigen und kraftvollen Spiel mit schnellen Vorstössen in den gegnerischen Strafraum zeigte der FCB wenig.

Ein Grund dafür ist auch, dass Gross nach dem 4-1-4-1 in Bern und dem 4-4-2 gegen Xamax das System erneut ändern musste; er wollte die Defensive mit einer so genannten «Doppel-6» (Huggel, Ergic) absichern. «Trotzdem liessen wir dem Gegner in unserer Platzhälfte zu viel Raum», sah Gross ein.

Die Spieler auf den Flügeln, David Degen und Carlitos, suchen zuerst das Dribbling oder die geniale Lösung, bevor sie an den besser positionierten Mitspieler denken. Gerade der Portugiese Carlitos wollte in seiner Heimatstadt wohl zu viel; sein Einfluss war jedoch marginal. In der lusitanisch-schweizerischen Hackordnung blieb er an diesem Abend weit unter den Sporting-Stars. Oder wie ein Supporter auf der Tribüne kalauerte: «Carlitos spielt heute eher wie ein Karl.»

UNVERRÜCKBARE HIERARCHIEN

Selbst die europäischen Subtopper (Portugiesen, Holländer, Schotten, Griechen, Türken) sind für die Schweizer Klubs eine Kragenweite zu gross. Das hat im letzten Sommer der FCZ gegen Besiktas erfahren müssen, dann erging es dem FC Sion im Herbst gegen Galatasaray nicht besser und jetzt erlebte es der FCB in Lissabon. Im Herbst waren drei Vereine Portugals in der Champions League vertreten; auf drei Teilnahmen in der Königsklasse kommen die Schweizer Klubs zusammen in einem ganzen Jahrzehnt kaum.

Ein solches Team zu eliminieren ist für einen Schweizer Klub ein Coup. Gross sprach daher vor dem Duell gegen Sporting unentwegt von der Aussenseiterrolle seines Teams. Die Differenz zu dieser zweiten europäischen Garde liegt nicht zuletzt im monetären Ungleichgewicht begründet.

Mehrere Spieler von Sporting haben einen Marktwert von über zehn Millionen Franken. Vor einem Jahr haben die «Leões» aus dem Transfer von Nani zu Manchester United rund 40 Millionen Franken generiert. Dieser Betrag allein übersteigt das Budget des FCB um rund 25 Prozent.

(von Stefan Wyss, Lissabon/Si)

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