Basler Krebsarzt verurteilt
publiziert: Donnerstag, 19. Mai 2005 / 16:48 Uhr

Basel - Wegen fahrlässiger Tötung hat das baselstädtische Strafgericht einen Arzt zu drei Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

Der Arzt hatte trotz Warnungen mit der illegalen Behandlung weitergemacht.
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Der Onkologe hatte die normale Behandlung einer Patientin durch ein nicht zugelassenes Heilmittel ersetzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem heute 63-jährigen Arzt in vier Fällen Aussetzung (grosse Gefahr für Leben oder Gesundheit) vorgeworfen. In zwei dieser Fälle war er zudem der fahrlässigen Tötung angeklagt. Das Gericht sprach ihn nun in einem Fall wegen fahrlässiger Tötung schuldig; in allem übrigen sprach es ihn frei.

Vorsatz fehlt

Laut Gerichtspräsident fehlte in allen vier Fällen der Vorsatz. Beim Einsatz des nicht zugelassenen Mittels habe der Arzt darauf vertraut, dass nichts passieren würde.

Zum Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung kam das Gericht im Fall einer Patientin, bei der der Arzt die nach den internationalen Standards angezeigte konventionelle Behandlung nicht weitergeführt hatte. Stattdessen hatte er die Frau nur mit dem nicht zugelassenen Mittel behandelt. Sie erlitt einen Rückfall und starb.

Höhere Strafe gefordert

Das Strafmass liegt mit drei Monaten bedingt weit unter dem Antrag des Staatsanwaltes, der 18 Monate bedingt gefordert hatte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Entschädigungs- und Genugtuungforderungen wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Weil der Arzt sich über alle administrativen Bestimmungen hinweg gesetzt hatte, muss er alle Verfahrenskosten tragen. Er hatte trotz Warnungen unbeirrt mit der illegalen Behandlung weitergemacht. Der Onkologe hatte das Mittel, dessen Zusammensetzung nicht im Detail bekannt ist, während rund zehn Jahren an rund 200 Patienten angewendet.

(sl/sda)

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