Baugewerbe: Hält der Boom an?
publiziert: Freitag, 28. Jun 2019 / 15:59 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Jun 2019 / 16:33 Uhr
Es fehlen die Fachkräfte.
Es fehlen die Fachkräfte.

Seit Jahren freut sich das Baugewerbe über stetig starke Wachstumszahlen. Wie in kaum einer anderen Branche war es möglich, von einer Ära der vollen Auftragsbücher zu profitieren, welche viele Firmen zu Erweiterungen veranlassten. Doch wird es auch in Zukunft möglich sein, auf einen solchen Aufschwung zu setzen? Wir blicken auf die verschiedenen Indikatoren der aktuellen Lage.

Die Auswirkungen der Zinspolitik

Entscheidend für viele neue Jobverträge und positive finanzielle Aussichten sind aktuell die Auswirkungen der niedrigen Zinsen. Die schweizerische Zentralbank reguliert diese seit Jahren mit äusserster Strenge, was für die Sparer auf der einen Seite keine allzu positiven Auswirkungen hat. Profiteure sind wiederum Kreditnehmer, die ihren Traum von den eigenen vier Wänden mit der Hilfe von Fremdkapital verwirklichen möchten. Für sie ist die Finanzierung so günstig zu erreichen, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Entsprechend gross ist die Zahl der Bauherren, die nun in dieser Phase in grossem Stil investieren und dadurch den Grundstein für die wohnliche Zukunft legen möchte.

Eine sprunghafte Erhöhung der Zinsen ist bis dato nicht in Sicht. Auch dieser Umstand spricht dafür, dass sich die Baubranche in den nächsten Jahren ihrer Aufträge sicher sein kann. Gleichsam hängt der weitere Erfolg sehr direkt davon ab, ob weiterhin günstiges Kapital zur Verfügung steht, welches für eigene Zwecke eingesetzt werden kann.

Gestiegene Kosten des Rohbaus

Wer die Dienste der Branche heute für sich in Anspruch nehmen möchte, braucht in vielen Regionen der Schweiz bereits ein Stück Glück. Denn die Baufirmen haben die Gelegenheit, sich die Projekte auszusuchen und sind nicht dazu gezwungen, jede Offerte zu übernehmen. Daraus ergibt sich ein neuer Konkurrenzkampf der Branche, welcher zumindest im Bereich des Rohbaus bereits seine deutlichen Spuren hinterlässt. Heute ist bereits mehr Kapital notwendig, um eine Baufirma mit diesem Projekt beauftragen zu können. Zumindest ein Teil der Ersparnisse, die durch die Zinslage eingestrichen werden können, geht auf diese Art und Weise wieder verloren.

Gleichsam verteuerte sich der Bau noch nicht in jeglicher Hinsicht. Nach wie vor kann etwa der Innenausbau zu günstigen Konditionen durchgeführt werden. Viele Bauherren nutzen zudem die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen. Die Kosten reduzieren sich in diesem Fall allein auf das eingesetzte Material. Hochwertige Markenprodukte, wie zum Beispiel Neuffer Fenster + Türen, sind jedoch zu einem guten Verhältnis von Preis und Leistung zu haben.

Bauherren haben Geld wie nie zuvor

Doch nicht nur die Finanzwelt ist dafür verantwortlich, dass in diesen Tagen die Finanzierung des Eigenheims in der Schweiz auf sicheren Beinen steht. Auf der anderen Seite verfügen die Bauherren übe mehr Kapital, als noch in den vergangenen Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich zuletzt auf 678,9 Milliarden US-Dollar, die Tendenz zeigt weiter nach oben. Unter diesen Voraussetzungen kann sich die Baubranche auch in Zukunft über ansehnliche Einkünfte freuen, welche die Prosperität der Zeit deutlich unter Beweis zu stellen vermögen.

Es fehlen die Fachkräfte

In Anbetracht der vollen Auftragsbücher und den Anfragen von Kunden, die schon gar nicht mehr aufgenommen werden können, scheint die Situation der Bauunternehmen rosig zu sein. Tatsächlich offenbart der Arbeitsmarkt ein grosses Potenzial in diesem Bereich. Für ausgebildete Fachkräfte stehen die Chancen sehr gut, einen Job nach den eigenen Vorstellungen zu erhalten und sich dort ein sicheres Auskommen zu erarbeiten. Dies offenbart bereits der Blick auf die vielen offenen Stellenanzeigen, die schon in den letzten Jahren kaum mehr bedient werden konnten.

Auf der anderen Seite haben viele Firmen schon nicht mehr die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen der Expansion in die Tat umzusetzen. Denn während genug Kapital vorhanden wäre, um diese Ansprüche zu bedienen, so fehlt es in der Praxis doch an Personal, das die Lücken füllen könnte. Immer mehr junge Menschen in der Schweiz entscheiden sich für eine akademische Laufbahn. Die handwerkliche Schiene bekommt besonders auf dem gering angesehenen Bau ein Personalproblem, das sich aller Voraussicht nach nicht so leicht füllen lässt. Selbst die gestiegene Quote der Einwanderung ändert nichts daran, dass viele Unternehmer nicht dazu in der Lage sind, ihre angestrebte Politik auf dieser Grundlage in die Tat umzusetzen.

Dabei wurde der Schatz der angewendeten Strategien schon längst erweitert. Inzwischen sind Firmen in den sozialen Medien aktiv, um für die eigene Sache zu werben und die Vorteile des eigenen Unternehmens in den Vordergrund zu rücken. Doch selbst diese doch so offensive Annäherung an die jüngere Zielgruppe reichte bis heute nicht aus, um die Tendenz in die andere Richtung zu lenken. So positiv die Aussichten also für diejenigen sind, die sich derzeit auf der Suche nach einer neuen beruflichen Aufgabe befinden, so wichtig ist es für Arbeitgeber, sich aktiv um neues Personal zu bemühen, um jene Lücken schliessen zu können, welche die Branche aktuell stark in Anspruch nehmen und deren problematischen Auswirkungen noch immer nicht bezwungen sind.

Positive Aussichten

In Anbetracht der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung ist es sehr wahrscheinlich, dass die Baubranche auch in den nächsten Jahren auf eine so sichere Grundlage blicken kann. Schon heute liegen in den meisten Betriebe mehr Aufträge vor, als insgesamt bearbeitet werden können. In dieser Gemengelage haben Unternehmen die Möglichkeit, die eigene Politik der Expansion noch länger fortzusetzen. Zugleich ist klar, dass die nächste Phase der Rezession diesen Wünschen einen Abbruch tun könnte und die finanziellen Möglichkeiten sich dann womöglich in ihr Gegenteil verkehren. Für den Moment des wirtschaftlich anhaltenden Höhenflugs ist es jedoch nicht notwendig, sich mit diesem Szenario zu befassen.

(ps/pd)

 
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