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In der Champions League werden am Dienstag die ersten zwei Viertelfinalisten ermittelt. Bayern München (gegen Fiorentina) und der FC Porto (gegen Arsenal) reisen mit einem 2:1-Vorsprung zum Auswärtsspiel.
«Warum sollten wir verlieren?»
Dieser Treffer bringt die Deutschen in Florenz aber immerhin in eine gute Ausgangslage. Sie, die seit 17 Pflichtspielen nicht mehr verloren, können sich im mit über 43'000 Zuschauern ausverkauften Stadio Artemio Franchi ein Remis erlauben. «Wir wurden lange nicht mehr besiegt. Warum sollten wir in Florenz verlieren?», fragte Bayern-Präsident Uli Hoeness.
Glaubt man deutschen Medienberichten, so geht es für Bayern am Dienstag nicht nur um die Viertelfinal-Qualifikation sondern auch um die Zukunft seines besten Spielers. Zuletzt nährten Hoeness und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Spekulationen, wonach Franck Ribéry München verlässt, wenn die Bayern in der Champions League erneut nicht weit kommen.
«Franck lechzt nach Erfolg. Er gehört zu den besten Spielern Europas und will sich auf internationaler Bühne zeigen», sagte Rummenigge. Hoeness skizzierte die Zukunft Ribérys im Detail: «Wenn wir 0:3 verlieren, glaube ich nicht, dass er bleibt.»
Dass die Bayern bis zu einem gewissen Punkt von den Leistungen Ribérys abhängig sind, hören sie in München zwar nicht gern, entspricht aber den Tatsachen. Neben dem Holländer Arjen Robben ist der Franzose der einzige «Bayer», der das Team auf ein gehobenes internationales Niveau bringen kann. Das offenbarte sich zuletzt am Samstag im Spiel gegen den 1. FC Köln (1:1), als Robben wegen einer Grippe fehlte, und der angeschlagene Ribéry bloss zu einem Teileinsatz gelangte.
Mit Robben und Ribéry
In Florenz dürften Ribéry und Robben von Beginn weg dabei sein und die zuletzt etwas aus dem Tritt geratenen Stürmer Mario Gomez und Thomas Müller unterstützen. Sorgen macht sich Van Gaal derweil um die Besetzung der Abwehr. Neben Martin Demichelis fehlt auch Diego Contento. Daher dürfte der 17-jährige Österreicher David Alaba zu seinem Debüt in der Champions League kommen.
Trotz der Personalsorgen in der Defensive, den ungenügenden Leistungen der letzten zwei, drei Wochen und dem im Hinspiel in München kassierten Gegentor tritt Bayern in der Toskana als klarer Favorit an. Denn im Gegensatz zu den Bayern, die sich gemäss der «Süddeutschen Zeitung» eine «Formdelle leisten», durchlebt die Fiorentina «die grösste Krise der letzten fünf Jahre», wie der «Corriere dello Sport» schrieb.
Sieben der letzten zehn Spiele verloren die Italiener, in der Serie A sind sie auf Platz 10 und weit hinter die Europacup-Plätze zurückgefallen. Seit dem Doping-Skandal um Stürmer Adrian Mutu bringt die im Herbst schwungvolle Florentiner Squadra kein Bein mehr vors andere. Ohne den rumänischen Star sowie mit formschwachem Topskorer Alberto Gilardino und schwächelndem Regisseur Stevan Jovetic ist das Team von Trainer Cesare Prandelli plötzlich gut auszurechnen.
Fiorentina vor stürmischen Zeiten
Immerhin kann die Fiorentina vor dem Rückspiel gegen die Bayern auf ein intaktes Umfeld zählen. Trotz der Niederlage am Samstag gegen Erzrivale Juventus Turin (1:2) versprachen die Tifosi noch einmal vorbehaltlose Unterstützung im «Spiel des Jahres» (Prandelli). Erst danach - im Falle eines Scheiterns - dürften die Fans (und der Vorstand) dem Team den Prozess machen.
Im hitzigen (Fussball-)Florenz ist dann nichts und niemand mehr sicher. Auch der allseits beliebte und anerkannte Prandelli müsste bei einem Ausscheiden aus der Champions League mit der Entlassung rechnen. Um seine Zukunft bräuchte sich der frühere Juve-Professional gleichwohl nicht zu sorgen.
Die Anzeichen verdichten sich, dass dem 51-Jährigen im Sommer zwei lukrative Jobs angeboten werden: Die italienische Nationalmannschaft und Juventus Turin rufen.
(fest/Si)




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