Vorfall ist eine Katastrophe
Beat Schlatters Angreifer bedauert seine Tat
publiziert: Dienstag, 22. Mrz 2016 / 12:55 Uhr
Beat Schlatter wurde vor einem Jahr attackiert.
Beat Schlatter wurde vor einem Jahr attackiert.

Meilen ZH - Der Beschuldigte, der vor einem Jahr Komiker Beat Schlatter attackiert hatte, hat sich am Dienstag vor dem Bezirksgericht Meilen zu seinen Taten bekannt. Er bedauert sie laut eigenen Aussagen sehr und will nun sein Leben in den Griff kriegen.

1 Meldung im Zusammenhang
Der gebürtige Italiener nahm vor dem Bezirksgericht Meilen zu seinen Taten Stellung. Ihm wurde unter anderem schwere Körperverletzung vorgeworfen. So hat er innerhalb von drei Tagen drei verschiedene Personen attackiert, darunter am 6. März 2015 den Komiker Beat Schlatter.

«Ich habe ihn nicht gekannt», sagte der Beschuldigte. Durch seine psychische Krankheit habe er die Realität nicht richtig einschätzen können. Er habe gedacht, bei Schlatter handle es sich um einen bösen Mann. Deshalb habe er ihn angegriffen.

«Für mich ist der Vorfall eine Katastrophe», betonte der 42-Jährige. Er habe sich bei Schlatter entschuldigt. Ihm sei bewusst, dass er sein Opfer nur dank Glück nicht noch schwerer verletzt habe. Zudem beteuerte er, dass er nun verstehe, welche Wahnvorstellungen die Krankheit in ihm auslöse und dass er niemanden mehr schlagen werde.

Probleme begannen 2005

Seinem Mandanten sei bewusst, dass er Verantwortung für sein Leben übernehmen müsse, sagte der Verteidiger. Er habe ihm gegenüber versichert, dass er sein Leben in den Griff bekommen wolle.

Die Probleme des gelernten Elektronikers fingen mit seiner Scheidung im Jahr 2005 an. Sein Leben geriet danach aus den geordneten Bahnen. Er begann Drogen wie Kokain und Heroin zu konsumieren. «Ich war vom Leben überfordert», sagte er.

Der Mann war schon mehrfach wegen psychischen Störungen in Behandlung, brach diese jedoch jeweils nach kurzer Zeit wieder ab. Heute nehme er keine Drogen mehr und trinke auch keinen Alkohol, versicherte er dem Bezirksgericht.

Ambulante Behandlung gefordert

Für den Staatsanwalt ist der Beschuldigte aufgrund seiner psychischen Probleme nicht schuldfähig. Er habe zwar gewusst, was er getan habe und vorsätzlich gehandelt. Er sei aber nicht fähig, das Unrecht zu erkennen.

Die Anklage fordert deshalb im Anschluss an eine zweimonatige Einweisung in eine stationäre Einrichtung und im Anschluss daran eine langfristige ambulante Behandlung des 42-Jährigen. Das Hauptgewicht liege dabei bei der medikamentösen Behandlung, die seine «schizoaffektive Störung» heilen soll.

Der Verteidiger unterstützte diesen Antrag. Es gehe darum, einen Rückfall zu verhindern.

Die stationäre Behandlung hat der Beschuldigte, der seit Anfang Februar in einem betreuten Wohnheim lebt, praktisch schon hinter sich. Sein Betreuer erklärte vor Gericht, dass der Beschuldigte sich zuvorkommend und anständig zeige und sich sehr gut ins Wohnheim integriert habe.

Das Bezirksgericht Meilen fällte noch kein Urteil. Es will erst einmal die weitere Entwicklung des Beschuldigten abwarten und das Urteil dann im Juni eröffnen.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Meilen ZH - Der Mann, der im vergangenen Frühling den Schauspieler Beat Schlatter attackiert und schwer verletzt hat, ... mehr lesen
Beat Schlatter wurde am 6. März 2015 von hinten mit einem Schlag zu Fall gebracht.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. 
Verteidigung fordert Freispruch Florenz - Im Berufungsprozess gegen «Costa Concordia»-Kapitän Francesco Schettino hat die ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... 2
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten