Beckenbauer: «Da kann einem Angst und Bange werden»
publiziert: Mittwoch, 8. Apr 2009 / 00:03 Uhr

Vier Tage nach dem 1:5 in Wolfsburg reiste der FC Bayern mit einem Berg von Problemen zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League nach Barcelona. Im zweiten Spiel vom Mittwoch kommt es zum englischen Duell zwischen Liverpool und Chelsea.

FC Bayern-Präsident Franz Beckenbauer.
FC Bayern-Präsident Franz Beckenbauer.
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Die Unruhe im FC Bayern ist gewaltig. Vor dem Abflug nach Spanien goss Präsident Franz Beckenbauer zusätzlich Öl in lodernde Feuer, indem er eine Auflösung des Vertrags mit Coach Jürgen Klinsmann zum Saisonende nicht (mehr) ausschloss. «Ich habe die Worte von Karl-Heinz Rummenigge im Ohr, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen, die Situation genau analysieren und dann möglicherweise reagieren.»

Damit widersprach der Bayern-Chef dem Vorstandsvorsitzenden Rummenigge, der sich auch nach dem Debakel von Wolfsburg für Klinsmann ausgesprochen hatte. «Wir werden jetzt nich nach jeder Niederlage eine Positionsbestimmung über den Trainer abgeben. Klinsmann hat einen Vertrag (bis 2010 -- Red.), der klar ist. Einen anderen Plan haben wir nicht.»

Zusammen mit Klinsmann hatte Rummenigge nach den fünf Gegentoren in Wolfsburg die Mannschaft in die Verantwortung genommen und damit die Quelle der Krise von der Trainerbank entfernt. Motivationsprobleme im Bundesliga-Alltag wurden als eines der grossen Probleme geortet. Zumindest an Ehrgeiz sollte es den Bayern beim FC Barcelona, «der spielstärksten Mannschaft der Welt» (Franz Beckenbauer), nicht mangeln. «Ich erwarte, dass sich die Mannschaft zerreisst und Wiedergutmachung für Fans und Verein betreibt», so Rummenigge.

Ohne Lucio und Van Buyten

Doch weil Probleme selten alleine kommen, sieht sich Bayern München vor dem Auftritt im Camp Nou auch mit personellen Sorgen konfrontiert. Abwehrchef Lucio fehlt wegen einer Verletzung an den Adduktoren, der Belgier Daniel van Buyten reiste aus familiären Gründen nicht nach Spanien sondern in seine Heimat. Gegen Barcelonas hochkarätige Offensive, die in dieser Saison in allen Wettbewerben schon 125 Tore erzielte, bilden nun Martin Demichelis (Arg) und der 19-jährige Brasilianer Breno oder Andreas Ottl die Innenverteidigung.

Diese Personalsituation liess Beckenbauer nicht optimistischer werden. «Barça ist ein paar Klassen stärker als Wolfsburg. Wenn man sieht, was Wolfsburg mit unserer Hintermannschaft angestellt hat, muss man schauen, wie das gegen Messi, Eto´o und Henry aussieht. Da kann einem schon Angst und Bange werden.»

Drogba vs. Gerrard: Duell der Besten

Die englischen Giganten Liverpool und Chelsea treten wie schon 2005, 2007 und 2008 in der K.o.-Phase aufeinander. In allen drei vorangegangenen Duellen, jeweils in den Halbfinals, hatte sich letztlich das Team durchgesetzt, das im Rückspiel Heimrecht hatte (Liverpool kam 2005 und 2007 weiter, Chelsea im letzten Jahr). Demnach wäre diesmal Chelsea im Vorteil. Doch die Londoner haben in dieser Saison beide Meisterschaftsspiele gegen Liverpool verloren. Jetzt allerdigns sei man «genau in der richtigen Stimmung», sagte Chelseas Mittelfeldspieler Frank Lampard.

Verantwortlich für den Stimmungswandel bei Chelsea ist Interimstrainer Guus Hiddink. Seit der Holländer Mitte Februar die Geschicke bei den «Blues» übernahm, verlor Chelsea nur einmal und kam in der Premier League wieder auf Kurs. Am letzten Wochenende gelang ein 2:0 in Newcastle.

Diesen Sieg schoss Chelsea ohne den zuvor überragenden Didier Drogba heraus. In der Champions League will der Stürmer aus Elfenbeinküste wieder dabei sein. Sehr zum Leidwesen von Liverpools Torhüter Pepe Reina. «Wenn mich die Leute fragen, wer der gefährlichste Stürmer der Welt sei, dann sage ich immer Didier Drogba», so der Spanier. Reina weiss, wovon er spricht. Im Halbfinal-Duell der letzten Saison traf Drogba im Rückspiel in London gegen Liverpool zweimal und ebnete Chelsea somit den Weg in den Final.

Genauso wie vor Chelseas Drogba fürchten sich die Gegner auch vor Liverpools Steven Gerrard. Der Mittelfeldspieler mit der unglaublichen Torquote (21 Tore in allen Wettbewerben, 7 in der Champions League) wird von vielen als derzeit komplettester Fussballer angesehen. Seine überragenden Leistungen lassen die Fans in Liverpool vom ersten Meitertitel seit 1990 träumen.

Ein Triumph, den Gerrard sogar dem Erfolg in der Champions League vorziehen würde. «Der Titel in der Premier League wäre für mich das Grösste», hatte er vor wenigen Wochen gesagt. Als die «Reds» letztmals Meister wurden, war Gerrard gerade zehn Jahre alt und soeben der Juniorenabteilung des FC Liverpool beigetreten.

(smw/Si)

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