Bedarf an humanitärer Hilfe in Libanon laut Kellenberger riesig
publiziert: Montag, 14. Aug 2006 / 23:40 Uhr

Genf - In Libanon sind nach Angaben von IKRK-Präsident Jakob Kellenberger zwischen 400 000 und 500 000 Menschen auf humanitäre Soforthilfe angewiesen. Kellenberger sprach nach seiner Rückkehr aus dem Nahen Osten von einem riesigen Bedarf an humanitärer Hilfe.

Jakob Kellenberger nannte eine Reihe von Arbeiten, die dringend gemacht werden müssten.
Jakob Kellenberger nannte eine Reihe von Arbeiten, die dringend gemacht werden müssten.
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Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zähle darauf, nach der Waffenruhe seine Aktivitäten verstärken zu können, sagte Kellenberger vor den Medien in Genf. Er hoffe, dass nun der Zugang zur notleidenden Zivilbevölkerung erleichtert werde.

Jetzt müsse möglichst rasch Hilfe in gewisse Dörfer im Süden Libanons gebracht werden können, wo Kämpfe stattgefunden hatten. Im Verlaufe des Tages habe das IKRK Güter nach Tyrus bringen können. Auch die UNO meldete, dass erstmals seit Tagen wieder zwei Hilfskonvois Tyrus erreichen konnten.

Dringende Arbeiten

Kellenberger nannte eine Reihe von Arbeiten, die dringend gemacht werden müssten. Dazu gehörten die Bergung von Verletzten, die Suche nach Leichen unter den Trümmern sowie die Versorgung mit Trinkwasser, Treibstoff und Medikamenten. Für das IKRK sind derzeit 70 Delegierte und 100 lokale Helfer vor Ort im Einsatz.

Das IKRK bemüht sich weiterhin Zugang zu den drei entführten israelischen Soldaten zu erhalten. Dies sei bisher nicht geschehen, sagte Kellenberger. Dafür gab Israel der Organisation die Erlaubnis, Familien der rund 11 000 palästinensischen Gefangenen zu besuchen.

Schwierige medizinische Situation

Auch die medizinische Situation in Südlibanon bleibt weiterhin schwierig. In der Hafenstadt Tyrus sei die Elektrizitätsversorgung zerstört, in den Spitälern fehle Treibstoff für die Notstromgeneratoren, teilte die WHO in Genf mit.

Hilfstransporte erforderten weiterhin hohe Sicherheitsvorkehrungen. Blindgänger stellten im Süden eine grosse Gefahr dar. Ausser Treibstoff brauchen die Kliniken laut WHO auch Sauerstoff, Medikamente und Hilfskräfte.

Schwedens Regierung hat derweil 60 Staaten und internationale Organisationen zu einer Geberkonferenz über die humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau des Libanon eingeladen. Sie soll am 31. August in Stockholm stattfinden.

(bert/sda)

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