Bedingte Strafe für fliehenden Fahrer nach tödlichem Polizeiunfall
publiziert: Dienstag, 23. Mrz 2004 / 17:13 Uhr

Sursee - Ein fliehender Autofahrer ist in Sursee LU zu drei Monaten Gefängnis bedingt und einer Busse von 2500 Franken verurteilt worden. Der Flüchtende hatte im Oktober 2002 einen Unfall provoziert, bei dem ein Polizist tödlich verunfallte.

Der flüchtende 27-jährige Mann aus Bosnien-Herzegowina, der Alkohol- und Cannabis konsumiert haben dürfte, wurde wegen Drohung, Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz und fahrlässiger Störung des Eisenbahnverkehrs zu drei Monaten Gefängnis bedingt und einer Busse von 2500 Franken verurteilt.

Das Verschulden des Angeschuldigten wiege schwer, heisst es in der Mitteilung. Sein Verhalten habe zu einem folgenschweren Unfall geführt. Er habe den Unfall in Werthenstein LU provoziert, habe diesen aber nicht zu verantworten.

Der Unfall hatte sich am 28. Oktober 2002 um 23 Uhr ereignet. Die Polizei verfolgte ab Littau ein Richtung Wolhusen flüchtendes Berner Taxi. Beim Bahnübergang Dieteney überholte der Fluchtwagen die vor der geschlossenen Halbbarriere wartenden Autos und überquerte auf der linken Fahrbahn die SBB-Strecke Luzern-Bern.

Der Streifenwagen folgte dem Taxi und wurde auf dem Bahnübergang vom Regionalzug Langnau-Luzern erfasst. Dabei starb der Lenker, ein 39-jähriger erfahrener Polizist. Sein 23-jähriger Kollege erlitt schwere Verletzungen.

Zum Polizeieinsatz war es gekommen, nachdem der Bosnier in Emmenbrücke einen Mann mit einem Messer bedroht hatte. Die Polizeipatrouille schloss sich in Littau dem Flüchtenden an. Bei der Verfolgungsjagd wurden Tempi von bis zu 200 km/h erreicht.

(bsk/sda)

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