Bedrohung für die Wildvögel - Viele Unbekannte
publiziert: Freitag, 17. Feb 2006 / 21:13 Uhr / aktualisiert: Freitag, 17. Feb 2006 / 22:14 Uhr

Bern - In der Schweiz könnten Wildvögel zum ersten Angriffsziel des Vogelgrippe-Virus H5N1 werden. Doch ist offen, welche Arten es treffen könnte und wie viele Opfer es geben wird.

Die Verbreitungswege der Vogelgrippe sind noch nicht klar.
Die Verbreitungswege der Vogelgrippe sind noch nicht klar.
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«Wir wissen nicht, ob das H5N1-Virus eine hohe Sterblichkeit unter Wildvögeln verursachen wird. Und wir wissen auch nicht, welche Arten betroffen sein könnten», sagte Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Jagd und Wildtiere im Bundesamt für Umwelt, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Hypothese

Dass Wasservögel besonders anfällig seien und Sperlingsvögel weniger, sei eine Hypothese, sagte Cathy Maret, Sprecherin des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Möglich sei auch, dass Vogelarten das Virus nur transportierten, ohne zu erkranken.

Ein Vogelgrippe-bedingtes Massensterben von Wildvögeln ist bis jetzt nur aus China bekannt geworden. Betroffen war eine Kolonie von Zugvögeln am Qinghai See.

Die Verbreitung der Krankheit gebe Rätsel auf, sagte Lukas Jenni, wissenschaftlicher Leiter der Vogelwarte Sempach LU. Es gebe keine Erklärung dafür, weshalb unter 20 000 im Herbst in Europa getesteten Vögeln kein einziger Virus-Träger gefunden wurde, jetzt aber überall infizierte Vögel entdeckt würden.

Auch sei nicht klar, weshalb die gefundenen Vögel vor allem Schwäne seien. Die im Ausland positiv getesteten Tiere seien zwar Virus-Träger gewesen. Dass H5N1 ihren Tod verursacht habe, sei dennoch nicht sicher. Denn viele Vögel verhungerten in der kalten Jahreszeit.

Überwachung ab Mitte März im Tessin

Nicht nur in Wasservögeln, auch in Raubvögeln wurde das Virus gefunden. Um Erkrankungen von Wildvögeln möglichst früh zu entdecken, will das BVET zusammen mit der Vogelwarte Sempach eine permanente Überwachung auf die Beine stellen. Ein erstes Programm soll Mitte März im Tessin beginnen.

Laut Reinhard Schnidrig lässt sich gegen H5N1 nichts ausrichten. Ein Jagdverbot für Wasservögel könnte nebst dem Schutz der Jäger vor Ansteckung dazu beitragen, den Gefiederten Stress zu ersparen und wegen einer Verbreitung des Virus möglichweise verhängnisvolle Revierwechsel zu vermeiden.

Wasservögel dürfen üblicherweise von Anfang September bis Ende Januar geschossen werden. Laut Schnidrig könnte das H5N1-Virus für Schweizer Wildvögel zur ständigen Bedrohung werden. Doch die Tiere hätten schon immer mit Viren gelebt. «Sie werden sich auch gegen H5N1 immunisieren. Die Frage ist nur, zu welchem Preis.»

(fest/Si)

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