Befreiung von Betancourt: Rotkreuz-Symbol missbraucht
publiziert: Mittwoch, 16. Jul 2008 / 21:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Jul 2008 / 11:39 Uhr

Bogotá - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Bogotá will nach dem Eingeständnis der kolumbianischen Regierung, das Enblem des IKRK bei der Geiselbefreiung missbraucht zu haben, so schnell wie möglich an die Arbeit zurückkehren.

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Ein Mitglied der Streitkräfte, die die Geiseln befreit hatten, habe wegen der «grossen Nervosität» unerlaubterweise ein solches Symbol benutzt, sagte Uribe.

«Für uns ist jetzt nicht das Wichtigste in eine Diskussion zu diesem Thema einzutreten», sagte IKRK-Sprecher Yves Heller am Mittwoch in der kolumbianischen Hauptstadt. «Das Wichtigste für uns ist es, dass wir als eine Organisation weiterarbeiten können, die sich um alle Opfer dieses bewaffneten Konfliktes kümmert.»

Missbrauch zugegeben

Der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe hatte den Missbrauch eines Rotkreuz-Emblems bei der spektakulären Aktion am Mittwoch zugegeben. Ein Mitglied der Streitkräfte habe wegen der «grossen Nervosität» unerlaubterweise ein solches Symbol benutzt, sagte Uribe am Mittwoch.

«Er (der Soldat) fürchtete um sein Leben und zog deshalb eine Armbinde mit dem Rotkreuz-Symbol aus seiner Tasche», sagte der Staatschef weiter.

Laut kolumbianischen Medienberichten habe sich Präsident Uribe daraufhin bei den IKRK-Mitarbeitern entschuldigt. Diese hätten die Entschuldigung akzeptiert. Heller sagte dazu, die kolumbiansche Regierung habe sich «positioniert».

Der Missbrauch der Rotkreuz-Symbole stellt eine grosse Belastung für mögliche künftige Geiselfreilassungen in Kolumbien dar, weil es meist IKRK-Mitarbeiter sind, denen die Opfer übergeben werden.

Keine Seltenheit

Die Missachtung internationaler Symbole ist jedoch keine Seltenheit in Kolumbien. So hat die marxistische Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC) wiederholt auch Ambulanzen beschossen, die mit dem Rotkreuz-Symbol gekennzeichnet waren. Zur Begründung sagten sie, die Fahrzeuge seien zum Transport von Soldaten missbraucht worden.

Nach den Genfer Konventionen sind die Symbole des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes geschützt und dürfen nur von den entsprechenden Gesellschaften genutzt werden.

(fest/sda)

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