Begehren gegen Staatsanwalt im Todesraser-Prozess abgelehnt
publiziert: Montag, 3. Mrz 2003 / 13:04 Uhr

Lausanne - Der Staatsanwalt im Prozess gegen die zwei Todesraser von Gelfingen LU war nicht befangen. Laut Bundesgericht ist er mit seinen Äusserungen gegenüber der Presse zwar weit gegangen, hat die Angeklagten aber nicht vorverurteilt.

Das Luzerner Obergericht hatte das Ausstandsbegehren von einem der Verurteilten gegen Staatsanwalt Peter Bühlmann im letzten August abgelehnt. Die dagegen erhobene Beschwerde ans Bundesgericht blieb nun ebenfalls erfolglos. In der Neuen Luzerner Zeitung vom 9. März 2002 hatte Bühlmann zum bevorstehenden Prozess gesagt:

Eine solche Anklage gab es in der Schweiz noch nie. Die Raser nahmen in Kauf, dass es zu einem tödlichen Ausgang kommen könnte... Sie waren nur auf ihre private Auseinandersetzung fixiert. Das Verhalten der beiden war äusserst egoistisch, wollten sie doch ihre fahrerische Stärke beweisen.

Die naturgemäss mit schweren persönlichen Vorwürfen an die Angeklagten verbundene rechtliche Würdigung hätte er sich laut Bundesgericht besser für das Plädoyer aufgespart. Wenn er aber mit seinen Äusserungen auch eher weit gegangen sei, habe er doch die Unschuldsvermutung respektiert.

Er habe klar gemacht, dass seine Vorwürfe noch nicht als erwiesen gelten könnten und erst noch beurteilt werden müssten. Der Vorwurf einer Vorverurteilung gehe damit fehl. Weiter erachtete es das Bundesgericht als zulässig, dass das Ablehnungbegehren gegen das Kriminalgericht als rechtsmissbräuchlich taxiert wurde.

Die beiden Männer hatten sich im September 1999 in Gelfingen mit 130 Stundenkilometern ein Autorennen geliefert. Der eine verlor die Herrschaft über seinen Wagen und schlitterte auf das Trottoir. Ein 14-jähriges Mädchen und sein 15-jähriger Cousin wurden getötet.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte die Autofahrer im vergangenen März zu je sechseinhalb Jahren Zuchthaus.

(bert/sda)

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