Beginn der Zugvogel-Überwachung
publiziert: Donnerstag, 10. Nov 2005 / 14:09 Uhr

Sempach - Am Sempachersee ist das Überwachungsprogramm für aus dem Norden kommende Wasservögel angelaufen.

Im November treffen die meisten Wasservögel in ihrem Schweizer Winterquartier ein.
Im November treffen die meisten Wasservögel in ihrem Schweizer Winterquartier ein.
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Es soll zeigen, ob Zugvögel das Vogelgrippe-Virus einschleppen. Die Verbreitung des Virus durch Zugvögel ist indes nicht erwiesen. Die Schweiz ist eines der wichtigsten Winterquartiere für Wasservögel in Europa; rund eine halbe Million überwintern an hiesigen Gewässern. Von einer Überwachung der Zugvögel erhofft man sich daher Erkenntnisse über eine allfällige Einschleppung der Vogelgrippe.

An einer Medienkonferenz in Sempach informierten am Donnerstag das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und die Schweizerische Vogelwarte über das Monitoring (Überwachung).

Es umfasst drei Säulen: Die Entnahme von Proben bei der Beringung der Vögel, Proben bei auf der Jagd erlegten Wasservögeln und Meldung von allfälligen Massensterben.

Bisher kein Vogelgrippe-Virus gefunden

Bereits im September begann eine sechswöchige Probenentnahme bei Singvögeln auf der Beringungsstation Ulmethöchi BL. 500 Proben wurden entnommen. 263 wurden bisher vom Nationalen Referenzlabor für Geflügel- und Kaninchenkrankheiten der Universität Zürich analysiert - bisher enthielt keine das Vogelgrippe-Virus H5N1.

Im November treffen jeweils die meisten Wasservögel aus dem Norden in ihrem Schweizer Winterquartier ein. Wegen des milden Wetters in diesem Jahr hat sich der Vogelzug verzögert. Zwischen Ende Februar und Ende März ziehen die Vögel dann wieder weiter.

In Oberkirch am Sempachersee wurden Anfang November die Reusen für die Wasservögel geöffnet. Bisher wurden erst zehn Tafel- und Reiherenten gefangen - sie sind Wintergäste aus dem Norden.

Neben der Beringung müssen die Tiere jetzt einen so genannten Kloakenabstrich, eine Kotprobe, über sich ergehen lassen. Danach werden sie wieder freigelassen. Die Überwachung läuft bis Ende Jahr.

Überwachung der Wasservogeljagd

Ergänzend (zweite Säule des Monitorings) wird die Wasservogeljagd überwacht. Dies betrifft die sieben Kantone, in denen jeweils am meisten Enten geschossen werden: AG, BE, NE, OW, SZ, TG und VD.

Rolf Anderegg vom BUWAL betonte, dass keine zusätzlichen Vögel getötet werden. Die Jäger bringen nur die regulär geschossenen Tiere zum Wildhüter oder zum amtlichen Tierarzt.

Massensterben im Auge behalten

Die Proben gehen ans Referenzlabor. Ergibt sich ein positiver Befund, wird wahrscheinlich die Wasservogeljagd verboten, damit Jäger allfällige Viren nicht auf andere Tiere übertragen. Eine Einstellung der Wasservogeljagd (Reiher-, Tafel- und Krickenten) hätte zur Folge, dass keine Proben mehr entnommen werden könnten.

Bei der dritten Säule geht es um das Massensterben von Vögeln. Wer mehr als fünf tote Vögel an einem Ort findet, soll dies - wenn die Todesursache nicht klar ist - dem kantonalen Veterinäramt melden. Die Sensibilisierung der Bevölkerung sei sehr gross, hiess es. Selbst einzelne tote Vögel würden gemeldet.

(smw/sda)

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