Behälter mit Schweineviren im Intercity explodiert
publiziert: Dienstag, 28. Apr 2009 / 07:08 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Apr 2009 / 09:32 Uhr

Lausanne - In einem Intercity-Zug zwischen Bern und Freiburg ist ein Behälter mit Schweine-Viren explodiert. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Für die Passagiere bestand aber keine Gefahr, mit dem gefährlichen Schweinegrippe-Virus angesteckt zu werden.

Der Intercity wurde für mehrere Stunden aufs Abstellgleis gestellt.
Der Intercity wurde für mehrere Stunden aufs Abstellgleis gestellt.
7 Meldungen im Zusammenhang
Die Viren in dem Laborbehälter waren für den Menschen nicht gefährlich. «Der Zwischenfall hat uns im ersten Moment beunruhigt, entpuppte sich dann aber als harmlos», sagte ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei.

Die Explosion ereignete sich kurz vor dem Bahnhof Freiburg. Vor Lausanne wurde der Zug für mehrere Stunden auf ein Abstellgleis gestellt. Die 61 Passagiere, die sich im betroffenen Bahnwagen befanden, wurden während einer Stunde abgesondert, bis eine Ansteckung vollständig ausgeschlossen werden konnte.

Acht Fläschen abgeholt

Die Viren waren für das Nationale Grippe-Zentrum in Genf bestimmt. Dort sollte im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ein Test zur Diagnose der Schweinegrippe entwickelt werden.

Ein Genfer Angestellter hatte in Zürich acht Fläschchen abgeholt, um sie per Zug nach Genf zu transportieren. Fünf davon enthielten die Schweine-Viren, in drei weiteren befand sich Nukleinsäure.

Zwei Leichtverletzte

Diese Fläschchen waren luftdicht verpackt und mit Trockeneis - festem Kohlendioxid - gekühlt. Die Viren seien nach den gängigen Regeln verpackt gewesen, sagte Laurent Kaiser, Leiter des Genfer Laboratoriums für Virologie am Montagabend vor den Medien.

Allerdings war das Trockeneis irrtümlicherweise innerhalb statt ausserhalb des Vakuums platziert worden. Es taute auf, und im Innern der Verpackung entstand ein Überdruck. Schliesslich explodierte das Paket. Der Transporteur und eine Frau erlitten leichte Verletzungen.

Laut Kaiser handelte es sich bei den Proben zwar um Viren des Grippestamms H1N1. Mit dem derzeit grassierenden Schweinegrippe-Virus seien diese aber nicht identisch.

Er bedaure den Vorfall, sagte Kaiser weiter. Er erinnerte aber daran, dass jeden Tag Viren mit dem Zug transportiert würden. Einige seien sogar per Post unterwegs.

(ht/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
BAG-Direktor Thomas Zeltner heute vor der Presse: Nicht notwendige Reisen nach Mexiko vermeiden.
Bern - Die Anzahl der möglicherweise an der Schweinegrippe erkrankten Personen liegt in der Schweiz derzeit bei neun Fällen. Die Laboranalysen sind im Gange. Das Bundesamt für Gesundheit ... mehr lesen
Zürich - Das in der Schweiz ... mehr lesen
Der Fleischkonsum in der Schweiz ist tendenziell steigend.
WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda verkündete Stufe 4.
Genf/Madrid - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Pandemie-Warnstufe um eine Stufe erhöht. Sie liegt auf der sechsstufigen Skala nun bei vier. Das bedeutet laut WHO, dass das ... mehr lesen
Grippeviren gehören zu den ... mehr lesen
Es trifft vor allem auch junge Menschen, da deren Immunsystem stärker auf die Viren reagiere.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Noch sei unklar, ob es sich bei den fünf Verdachtsfällen um die Schweinegrippe handelt.
In der Schweiz werden derzeit fünf mögliche Fälle von Schweinegrippe untersucht. Dies sagte Jean-Louis Zürcher, Sprecher des BAG. Die Patienten hatten sich am Samstag beim Arzt gemeldet. mehr lesen
Bern - In der Schweiz werden derzeit ... mehr lesen
Das BAG geht fünf Verdachtsfällen in der Schweiz nach. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Roche widersprach den Ergebnissen in einer Stellungnahme.
Roche widersprach den Ergebnissen in einer Stellungnahme.
Wirksamkeit in Frage gestellt  London/Basel - Jahrelang hat ein Forschergremium mit der Pharmafirma Roche darum gerungen, die Forschungsresultate zur Wirksamkeit des Grippemittels Tamiflu öffentlich zu machen. Nun kommen die Wissenschaftler zum Schluss: Seine Wirkung sei höchstens bescheiden. mehr lesen 2
H1N1-Virus  Saragossa - Nach dem Ausbruch einer neuen Schweinegrippe-Epidemie mit fast 50 Infektionsfällen im Norden Spaniens sind zwei Menschen an der Krankheit gestorben: Ein 76-Jähriger erlag dem H1N1-Virus in einem Spital in Saragossa, wie die Behörden Dienstag bekanntgaben. mehr lesen  
Epidemologische Zeitbombe: H5N1 - «Vogelgrippe»-Virus
Etschmayer Am 22. September wird über das neue Epidemiegesetz abgestimmt. Und die Alternativmedizin-Anhänger, Impf-Gegner und Pseudoheiler rufen ... mehr lesen   11
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -1°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 1°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Bern -2°C 5°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern 2°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Hochnebel wechselnd bewölkt
Genf 2°C 7°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 5°C 7°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten