Behörden ermitteln auch gegen 'Sasser'-Tippgeber
publiziert: Montag, 17. Mai 2004 / 07:52 Uhr / aktualisiert: Montag, 17. Mai 2004 / 08:15 Uhr

Bei den Ermittlungen gegen die Urheber des Computer-Virus Sasser hat die Staatsanwaltschaft nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus auch den Tippgeber ins Visier genommen.

Der Sasser-Wurm nutzte eine Windows-Sicherheitslücke.
Der Sasser-Wurm nutzte eine Windows-Sicherheitslücke.
Gegen denjenigen, der den Microsoft-Konzern auf die Spur des "Sasser"-Programmierers geführt habe, werde ebenfalls wegen Computersabotage ermittelt, berichtet das Magazin in seiner neuesten Ausgabe.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, Detlev Dyballa, sagte dazu heute, es werde gegen fünf weitere Personen ermittelt. "Ich kann nicht ausschliessen, dass darunter auch derjenige ist, der den Hinweis gegeben hat." Vorrangig liefen die Ermittlungen aber weiter gegen den Urheber des Computer-Wurms, einem 18-Jährigen aus Waffensen bei Bremen. Nähere Angaben wollte der Sprecher mit Blick auf die noch laufende Arbeit der Behörden nicht machen.

Fünf Freunde

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass auch fünf Freunde des 18 Jahre alten "Sasser"-Drahtziehers unter Verdacht geraten sind. Sie sollen an der Verbreitung des Computer-Wurms Netsky beteiligt gewesen sein. Ob sie auch etwas mit dem Wurm "Sasser" zu tun hatten, ist noch unklar. Die Polizei beschlagnahmte bei ihnen sechs Computer.

Sollte der Tippgeber ebenfalls an der Verbreitung von "Sasser" mitgewirkt haben, wird er nicht in den Genuss der von Microsoft ausgesetzten Belohnung von bis zu 250 000 Dollar (rund 315 000 Franken) kommen. "Wenn er an Sasser beteiligt war, geht er leer aus", zitiert "Focus" Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner.

(Thomas Michel/dpa)

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