Informationsfluss nicht optimal
Behörden handelten im Fall Kneubühl legal
publiziert: Freitag, 18. Feb 2011 / 10:01 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Feb 2011 / 12:04 Uhr
Peter Hans Kneubühl.
Peter Hans Kneubühl.

Bern - Die Behörden haben sich im Fall des renitenten Bieler Rentners Peter Hans Kneubühl nicht durchgehend optimal informiert. Rechtliche Verfehlungen haben sich die Amtsstellen indessen keine zuschulden kommen lassen.

10 Meldungen im Zusammenhang
Dies ist das Fazit eines vom Kanton Bern nach den Vorfällen vom vergangenen September in Auftrag gegebenen Expertenberichts, der am Freitag in Bern integral vorgestellt wurde. Er untersucht den Informationsfluss unter den Behörden, nicht aber die eigentliche Polizeiaktion in Biel von Anfang September 2010.

Kneubühl sei seit Jahren vielen Behörden bekannt gewesen, kommen der Berner Anwalt Ueli Friederich und Martin Buchli, Gerichtsschreiber am Bundesverwaltungsgericht, zum Schluss. Ausgehend von einem Erbschaftsstreit wurden gegen den Rentner zahlreiche Verfahren angestrengt, so auch eine Entmündigung wegen Geistesschwäche.

Vom Jahr 2000 bis im Frühsommer 2009 habe es keine Hinweise gegeben, dass Kneubühl Dritten etwas antun könnte. Indessen sei den Behörden klar gewesen, dass der Mann persönliche Fürsorge brauche. Diesen Bemühungen habe sich der Rentner aber, trotz hartnäckigem Nachhaken, immer wieder entzogen, führte Buchli aus.

Die Behörden haben laut den Experten in dieser Zeit gut zusammengearbeitet und die verlangten Auskünfte erteilt.

Angst vor «Hinrichtung»

Buchli und Friederich zeichneten vom Rentner das Bild eines Mannes, der sich zunehmend einem feindlichen Staatsapparat gegenübersah, der seine Vernichtung plane. Verschärft habe sich die Lage Anfang Juni 2010, als Kneubühl die Zwangsversteigerung seiner Liegenschaft am 8. September mitgeteilt wurde.

In einem Brief an einen Bekannten in Grossbritannien schrieb Kneubühl daraufhin, er habe den Kampf verloren. Wenn nicht ein Wunder geschehe, werde der 8. September auch der letzte Tag in seinem Leben sein.

In weiteren Schreiben an Stellen im Kanton Bern schrieb der Rentner, der Richter habe «nun beschlossen mich für immer zum Schweigen zu bringen» und «dem Henker und seinen Freunden mit den Maschinenpistolen befohlen, mir...das Elternhaus, all mein Eigentum und mein Leben mit Polizeigewalt wegzunehmen».

Statthalter und Polizei geteilter Meinung

Diese Briefe sind es, die die Experten zum Schluss kommen lassen, der Informationsfluss insbesondere zwischen dem Regierungsstatthalter und der Kantonspolizei sei kurz vor dem Ereignis nicht optimal gewesen.

Der Statthalter habe nach eigenen Angaben über die wesentlichen Punkte der Schreiben informiert, die Polizei stelle den Inhalt des Gesprächs indessen anders dar, betonen die Experten.

(bg/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Biel - Der Rentner, der sich im ... mehr lesen
Der Rentner hielt die Polizei tagelang auf Trab.
Bern - Der Bieler Rentner Kneubühl, der sich gegen die Versteigerung seines Hauses gewehrt und einen Polizisten angeschossen hatte, soll in einer geschlossenen Anstalt therapiert werden. Dies beantragt die zuständige Staatsanwaltschaft. Sie verzichtet auf eine Anklage, weil Kneubühl als nicht schuldfähig gilt. mehr lesen 
Bern - Die Kantonspolizei Bern hat vor dem Einsatz gegen Peter Hans Kneubühl zu wenig Informationen über den Bieler Rentner eingeholt und zu lange gemeint, der Mann wolle sich töten lassen. Das ist das Resultat einer Administrativuntersuchung. mehr lesen 
Bern - Der renitente Bieler Rentner, der im September des letzten Jahres nach einem Schuss auf einen Polizisten flüchtete und damit die ganze Region in Atem hielt, bereut seine Gewalttat nicht. Das sagt er in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «Le Matin». mehr lesen 
Das Anwesen in Schafhausen i.E. (Hasle bei Burgdorf).
Bern - Ein Berner Polizist ist am ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Biel - Das Haus des gewalttätigen ... mehr lesen
Das Haus wechselte für 405'000 Franken den Besitzer.
Die Wahrscheinlichkeit von einem Familienmitglied mit einem Schweizer Sturmgewehr erschossen zu werden ist wohl um einiges grösser, als Opfer eines Terroranschlages zu werden.
Cordula Bieri Die Frage der Woche lautet: Europa ... mehr lesen 8
Biel - Der Bieler Rentner, der Anfang September mit seiner Flucht vor den Behörden die Region in Angst und Schrecken versetzte, ist froh, überhaupt noch am Leben zu sein. Dies schreibt er in einem Brief aus der Untersuchungshaft an das «Bieler Tagblatt». mehr lesen 
Links der Vater von Peter Hans Kneubühler (ähnliches Aussehen wie Sohn). Rechts Kneuühler in den 80er Jahren.
Der 67-jährige Peter Hans Kneubühl, der in der Nacht auf Donnerstag im Bieler Linde-Quartier einen Polizisten angeschossen hat, befindet sich nach wie vor auf der Flucht, wie die Polizei am ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Buchhaltung: Digital oder in Papierform?
Das Ausstellen einer Rechnung ist in der Schweiz rechtlich genau geregelt. Besonders Jungunternehmer und Startups sehen sich zu Beginn mit einer grossen Zahl verschiedener Anforderungen in diesem Bereich konfrontiert. Dabei herrscht Unklarheit darüber, welche Fallstricke tatsächlich beachtet werden müssen, um ein gesetzlich gültiges Papier abzugeben. Wir haben den Fokus deshalb auf die wichtigsten Grundlagen gelegt, die es zu beachten gilt. mehr lesen 
Schiedsgericht-Entscheide nach UDRP bei der WIPO  Um unsere Kunden vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, haben wir bei domains.ch begonnen pendente und abgeschlossene Schiedsgerichtentscheide zu Domains zu sammeln. Aktuell verfügen wir über mehrere zehntausend Entscheide die bei der WIPO gefallen sind. mehr lesen  
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Nebel
Basel 14°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 13°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Nebel
Genf 13°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 16°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten