Behördenschreck auch in Graubünden aktiv
publiziert: Dienstag, 1. Mrz 2005 / 14:58 Uhr

Chur - Der Zürcher Marian Danowski, der sich seit Jahren als Schrecken kantonaler und kommunaler Behörden einen Namen macht, ist auch in Chur aktiv geworden. Die Bündner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Wahlfälschung.

Wer bei Danowski unterschrieb, der landete unfreiwillig auf der Stadtparlamentsliste.
Wer bei Danowski unterschrieb, der landete unfreiwillig auf der Stadtparlamentsliste.
Danowski hatte im Vorfeld der Churer Gemeinderatswahlen vom Oktober letzten Jahres Passanten auf der Strasse angesprochen. Er warb für ein Volksbegehren zur Kürzung der Löhne von Bundesräten und Bundesparlamentariern.

Wie die Südostschweiz berichtete, war auf den Unterschriftenbögen vermerkt, die Unterzeichnenden würden sich als Kandidaten um einen Sitz im Stadtparlament bewerben.

Die Stadtkanzlei erklärte zunächst zehn der von Danowski eingereichten 59 Unterschriften für ungültig, traute aber auch den übrigen nicht. Denn gemäss den Behörden hatte vermutlich niemand der Unterzeichnenden begriffen, sich mit der Unterschrift unter die Initiative auch für die Stadtratswahlen zur Verfügung zu stellen.

Ermittlungen im Gang

Laut Claudio Riedi, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graubünden, sind die Ermittlungen noch im Gang. Bis wann die Untersuchung abgeschlossen sein werde, sei offen, erklärte Riedi auf Anfrage.

Insbesondere im Kanton Zürich beschäftigt Danowski die Behörden seit Jahren. Er kandidierte immer wieder erfolglos als Kantonsrat, als Nationalrat und als Regierungsrat, letztmals bei der Ersatzwahl vom Wochenende. Auch trat er in den Kantonen Basel-Landschaft, Bern, St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen mit zweifelhaften Wahllisten in Erscheinung.

Ganz ähnlich wie in Chur sammelte Danowski Unterschriften vor den Wahlen 2003 in den Zürcher Kantonsrat. Vom Vorwurf der Wahlfälschung wurde er vom Bezirksgericht Zürich im November letzten Jahres aber frei gesprochen.

(rr/sda)

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