Belgiens Ministerpräsident Di Rupo will Strafgesetze verschärfen
publiziert: Samstag, 1. Sep 2012 / 16:16 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Sep 2012 / 20:39 Uhr
Elio Di Rupo.
Elio Di Rupo.

Brüssel - Belgiens Regierung hat eine Verschärfung der Strafgesetze in ihrem Land angekündigt. Sie reagierte damit auf heftige Kritik an der Freilassung der verurteilten Komplizin und früheren Ehefrau des belgischen Kindermörders Marc Dutroux.

Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
7 Meldungen im Zusammenhang
Ministerpräsident Elio Di Rupo sagte mehreren belgischen Zeitungen vom Samstag, er wolle gegen "Straffreiheit" für Verbrecher vorgehen. "Wir verfolgen eine ganze Reihe von Reformen im Justizwesen."

Di Rupo zufolge ist eine Verschärfung der Regeln für vorzeitige Haftentlassungen unter Auflagen bereits in Vorbereitung. Demnach soll etwa jeder, der zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt ist, mindestens drei Viertel davon im Gefängnis verbringen. Ausserdem kündigte der Regierungschef die Einstellung hunderter weiterer Polizisten an.

Michelle Martin war 1996 zusammen mit Dutroux festgenommen und 2004 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im Juli gab ein Gericht in Mons jedoch ihrem Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft statt. Diese Entscheidung wurde am Dienstag vom Kassationsgericht bestätigt und wird in Belgien von vielen Seiten heftig kritisiert.

Die 52-Jährige unterliegt nach ihrer Freilassung strengen Auflagen. So muss sie in einem Kloster leben und darf sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen. Der grausame Fall Dutroux und das damit verbundene Versagen von Polizei und Justiz hatten Belgien in den 1990er Jahren zutiefst erschüttert.

Dutroux ist weiterhin inhaftiert. Er hatte in den 1990er Jahren sechs Mädchen entführt und gefoltert, vier von ihnen starben.

Proteste beim Kloster

Am Samstag kam es bei Protesten in Malonne bei Namur gegen die vorzeitige Freilassung von Michelle Martin zu Ausschreitungen. Einige Demonstranten warfen Steine und rissen Absperrungen der Polizei um. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Gummiknüppeln und Pfefferspray, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen.

Etwa 100 Menschen hatten in der Nähe des Nonnenklosters protestiert, wo Martin seit Wochenbeginn lebt. Die Polizei, die das Ordenshaus schützt, verstärkte ihre Präsenz. Üblicherweise sind 15 Polizisten Tag und Nacht im Einsatz. Als Martin am Dienstagabend nach ihrer Freilassung in dem Ardennen-Ort angekommen war, hatten bereits rund 50 erboste Bürger vor dem Kloster protestiert.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die flämischen Nationalisten haben bei den belgischen Gemeindewahlen einen klaren Sieg errungen. In Antwerpen ... mehr lesen
Die Wahl zeige, dass die Politik der belgischen Regierung nicht mehr von einer Mehrheit der Flamen unterstützt werde, sagte De Wever. (Archivbild)
Brüssel - Bei den belgischen Kommunalwahlen haben die flämischen Nationalisten im Norden des Landes gewonnen. Die Partei propagiert eine Loslösung des reichen Nordens vom wirtschaftlich schwachen Süden. mehr lesen 
Die Angehörigen der Opfer sollen künftig zu den Bedingungen für eine Freilassung Angehört werden.
Brüssel - Nach Protesten gegen die vorzeitige Freilassung der Ex-Frau des Kinderschänders Marc Dutroux verschärft Belgien die ... mehr lesen
Brüssel - Michelle Martin, die Ex-Frau und Komplizin des belgischen Kinderschänders und Mörders Marc Dutroux, kann das ... mehr lesen
Das Kloster Monastère des Clarisses in Malonne.
Brüssel - Mehrere tausend Menschen haben am Sonntag in Brüssel gegen eine Freilassung der Ex-Frau und Komplizin des Kindermörders Marc Dutroux protestiert. An der Kundgebung in der belgischen Hauptstadt beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 5000 Demonstranten. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Ein belgisches Gericht hatte am Dienstag die Entlassung aus der Haft unter Auflagen genehmigt.
Brüssel/Malonne - Hunderte Belgier haben am Freitag im wallonischen Ort Malonne gegen den geplanten Zuzug der Ex-Frau von ... mehr lesen
Brüssel - Rund eineinhalb Jahre nach den Parlamentswahlen im Juni 2010 hat Belgien wieder eine demokratisch legitimierte ... mehr lesen
Elio Di Rupo.
Alles was Recht ist! Gesellschaftsgründungen, Rechtsberatung, Prozessführung etc.
Sie suchen Beratung, Sie brauchen Unterstützung. Sie setzen auf Erfolg und verlangen rasch messbare Resultate.
MENZI & PARTNER
Blaufahnenstrasse 14
8001 Zürich
«Harschen Arbeitsbedingungen»
«Harschen Arbeitsbedingungen»
Fukushima-Betreiber  Fukushima - Wegen Unterschlagung ihrer Gefahrenzulagen ziehen erstmals Arbeiter der Atomruine Fukushima gegen die Verantwortlichen vor Gericht. Die vier klagenden Arbeiter, von denen zwei derzeit weiter in der Atomanlage im Auftrag eines Subunternehmers beschäftigt sind, fordern umgerechnet fast 800'000 Franken. 
Chris Brown (25) wandert wieder hinter Gitter. mehr lesen  
Chris Brown.
Chris Brown an den MTV Video Music Awards.
Chris Brown bietet Suge Hilfe an Nachdem der Plattenboss Suge Knight (49) bei einer Party angeschossen wurde, hat ihm der Musiker Chris Brown (25) Hilfe angeboten - ...
Chris Brown will mit Karrueche Tran endlich sesshaft werden.
Chris Brown macht keine Spielchen mehr mit Karrueche Musiker Chris Brown (25) deutete an, mit On/Off-Freundin Karrueche Tran (26) endlich sesshaft werden zu wollen. Er ...
Titel Forum Teaser
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
ETH-Zukunftsblog Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 10°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 8°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 10°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 10°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 11°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 12°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 14°C 24°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten