Wissenschaftler verurteilen Clarithromycin
Beliebtes Antibiotikum verursacht Herztod
publiziert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 22:18 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Aug 2014 / 23:09 Uhr
In Clarithromycin sind gemäss Angaben involvierter Forscher gefährliche Giftstoffe enthalten. (Symbolbild)
In Clarithromycin sind gemäss Angaben involvierter Forscher gefährliche Giftstoffe enthalten. (Symbolbild)

Kopenhagen - Das Antibiotikum Clarithromycin führt zu einem um 76 Prozent erhöhten Risiko, einen Herztod zu erleiden. Das berichten dänische Forscher des Statens Serum Institut in Kopenhagen. Das Antibiotikum ist das in England am fünfthäufigsten verschriebene und wurde mit seinen Konkurrenten Penicillin V und Roxithromycin verglichen.

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160'000 Menschen zwischen 40 und 74 Jahren, die eine siebentägige Clarithromycin-Kur erhalten haben, wurden mit 4,4 Mio. Menschen verglichen, die Penicillin V erhalten haben und 590'000 Patienten, die Roxithromycin bekamen. Während bei Clarithromycin-Gabe 18 Menschen wegen Herzproblemen verstarben, waren es bei Penicillin V 235 und bei Roxithromycin 32.

Giftstoffe beanspruchen Herz

Clarithromycin wird für die Behandlung bakterieller Erkrankungen, wie zum Beispiel Lungenentzündungen, verwendet. «In Bezug auf das absolute Risiko ist Clarithromycin für geschätzte 37 zusätzliche Todesfälle bei einer Mio. Verschreibungen verantwortlich», berichten die Forscher. Weder bei Penicillin V noch bei Roxithromycin ist das Risiko erhöht.

Die Forscher bestätigen, dass Giftstoffe, die in Clarithromycin enthalten sind, sich negativ auf das Herz auswirken - ein Nebeneffekt, der tödlich verlaufen kann. «In der Analyse von Untergruppen scheint das gesteigerte Risiko stark mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung zu stehen», warnen die Wissenschaftler. Jedoch sei noch mehr Forschung notwendig, um die Ergebnisse abzusichern.

Keine Änderung bei Verschreibungen

«Es gibt viele gute Gründe, um unnötigen Gebrauch von Antibiotika zu vermeiden, wie beispielsweise zu versuchen, dass keine resistenten Bakterien entstehen. Aber ich denke nicht, dass die Studienergebnisse eine Veränderung in der Verschreibung von Clarithromycin erfordern», wird Tim Chico, Dozent an der University of Sheffield, in der Zeitschrift «Daily Mail» zitiert.

(bert/pte)

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