Nicola Boem Spurtsieger einer kleinen Fluchtgruppe
Belohnte Flüchtlinge am Giro d'Italia
publiziert: Dienstag, 19. Mai 2015 / 18:28 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 19. Mai 2015 / 21:01 Uhr
Nicola Boem nach dem Endspurt im Ziel.
Nicola Boem nach dem Endspurt im Ziel.

Die Sprinter hatten am Giro d'Italia überraschend das Nachsehen. Das Feld liess die Ausreisser des Tages zu lange gewähren, was der Italiener Nicola Boem in Forli zu seinem bisher grössten Erfolg nutzte. Verlierer des Tages war der Australier Richie Porte.

Gewöhnlich haben es die Mannschaften der endschnellen Leute im Griff, wenn es darum geht, Flüchtlinge zu stellen. Nicht zu früh soll die Einholung erfolgen, aber auch nicht zu spät. Doch in der 10. Etappe verkalkulierten sich die Sprinter-Teams gründlich. So machten schliesslich vier der fünf Italiener, die sich schon kurz nach Beginn des 200 km langen Teilstücks abgesetzt hatten, den Tagessieg unter sich aus.

Nicola Boem, ein 25-jähriger Venetier, liess sich die Chance nicht entgehen. Souverän gewann er vor Matteo Busato den Spurt der Ausreisser. Gleichzeitig sicherte sich Boem den ersten bedeutenden Sieg seiner noch jungen Karriere. Er führt für das kleine Bardiani-Team, das schon im letzten Jahr für Furore gesorgt hatte. Damals hatte die Mannschaft, die jeweils nur auf Einladung teilnehmen kann, gleich drei Giro-Etappensiege einfahren können.

Das fast ausschliesslich flache Teilstück, das zumeist entlang der Adriaküste verlief, brachte neben dem überraschenden Sieger auch einen unerwarteten Verlierer. Der bisherige Gesamt-Dritte Richie Porte beklagte im Finale Defekt und trotz der Hilfe seiner Teamkameraden konnte der Australier die Lücke zum Feld mit den übrigen Favoriten nicht mehr schliessen.

Mit über einer Minute traf Porte im Ziel ein. Auf Leader Alberto Contador büsste er 47 Sekunden ein. Noch härter traf Porte aber das Verdikt der Jury ein paar Stunden später. Weil ihm nach seinem Defekt Landsmann Simon Clarke das Vorderrad geliehen und angestossen hatte, wurde er mit einer zweiminütigen Zeitstrafe belegt. Denn Clarke (Orica-GreenEdge) gehört nicht demselben Team an wie Porte (Sky). Gemäss Reglement ist eine solche Hilfe verboten.

Porte büsste durch sein Missgeschick im Gesamtklassement gleich neun Positionen ein. Er fiel zurück auf Platz 12, mit nunmehr mehr als drei Minuten Rückstand. Contador liegt weiter drei Sekunden vor dem Italiener Fabio Aru. Neu auf Platz 3 stiess der Spanier Mikel Landa vor.

In der Schlussphase der Etappe hatte sich auch einer der drei im Giro engagierten Schweizer gezeigt. Stefan Küng preschte aus dem Feld heraus alleine vor, doch sein Vorstoss war schnell neutralisiert.

Kein Glück war auch der Westschweizer Equipe IAM beschieden. Der italienische Sprinter Matteo Pelucchi musste das Rennen aufgeben. Die entzündete Wunde am linken Knöchel, die er sich schon der 2. Etappe zugezogen hatte, bereitete ihm zu starke Schmerzen.

Resultate:
98. Giro d'Italia. 10. Etappe, Civitanova Marche - Forli (200 km): 1. Nicola Boem (It) 4:26:16. 2. Matteo Busato (It), gleiche Zeit. 3. Alessandro Malaguti (It) 0:02 zurück. 4. Alan Marangoni (It) 0:04. 5. Giacomo Nizzolo (It) 0:18. 6. Sacha Modolo (It). 7. André Greipel (De). 8. Luka Mezgec (Sln). 9. Nicola Ruffoni (It). 10. Davide Appollonio (It).

Ferner: 20. Fabio Aru (It). 25. Stefan Küng (Sz). 31. Alberto Contador (Sp), alle gleiche Zeit. 62. Sébastien Reichenbach (Sz) 0:28. 67. Silvan Dillier (Sz), gleiche Zeit. 150 Richie Porte (Au) 1:05. - 188 Fahrer gestartet, 187 klassiert. - Aufgegeben u.a.: Matteo Pelucchi (It/IAM).

Gesamtklassement: 1. Contador 42:58:09. 2. Aru 0:03. 3. Mikel Landa (Sp) 0:46. 4. Porte 1:09. 5. Dario Cataldo (It) 1:16. 6. Roman Kreuziger (Tsch) 1:46. 7. Rigoberto Uran (Kol) 2:10. 8. Giovanni Visconti (It) 2:12. 9. Damiano Caruso (It) 2:20. 10. Andrey Amador (Costa Rica) 2:24. Ferner: 28. Reichenbach 15:54. 61. Dillier 48:55. 85. Küng 1:09:01.

(fest/Si)

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