Benedikt XVI. besucht erstmals Moschee
publiziert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 22:20 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Dez 2006 / 00:42 Uhr

Istanbul - In einer grossen Geste der Versöhnung mit dem Islam hat Papst Benedikt XVI. in Istanbul die Blaue Moschee und damit erstmals eine muslimische Gebetsstätte besucht.

Der Besuch wurde als versöhnliche Geste gewertet.
Der Besuch wurde als versöhnliche Geste gewertet.
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Der Besuch der Blauen Moschee, der nach Benedikts umstrittener Regensburger Rede über Islam und Gewalt als versöhnliche Geste gegenüber der islamischen Welt gewertet wurde, war erst kurz vor Beginn der Türkeireise ins Programm aufgenommen worden.

Der eindeutige Höhepunkt der viertägigen Türkeireise des Papstes fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, wie auch wenige Minuten zuvor die Besichtigung der ehemals byzantinischen Grosskirche Hagia Sophia.

Annäherung zur orthodoxen Kirche

Zum Auftakt seines dritten Besuchstages hatte Benedikt mit Bartholomäus I., dem geistlichen Oberhaupt von weltweit 300 Millionen orthodoxen Christen, eine stärkere Annäherung der beiden Kirchen vereinbart.

Benedikt bot den Orthodoxen Gespräche über die «Ausübung des Papstamtes» an. Das Angebot gilt als wichtiger Schritt, weil der Anspruch Roms auf umfassende Autorität das entscheidende Hindernis bei der Annäherung zwischen katholischer Kirche und den Orthodoxen ist.

Bartholomäus zeigt sich offen

Bartholomäus zeigte sich offen für eine Annäherung mit Rom. «Wir bekennen in Trauer, dass wir noch nicht im Stande sind, die heiligen Sakramente gemeinsam zu feiern», sagte der Patriarch. Benedikt betonte: «Die Spaltung der Christen ist ein Skandal für die Welt und ein Hindernis bei der Verkündung des Evangeliums.»

Die Kirchenspaltung (Schisma) zwischen Ostkirchen und Rom ist fast 1000 Jahre alt. Anders als die römisch-katholische Kirche mit 1,1 Milliarden Gläubigen ist die Orthodoxie ohne strenge Hierarchie organisiert.

Treffen mit armenischem Patriarchen

Der Papst traf am Abend in Istanbul auch den armenischen Patriarchen Mesrob II. zu einem kurzen Gespräch. Mit Blick auf die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs vermied es der Papst, von Völkermord zu sprechen.

Der Papstbesuch endet an diesem Freitag mit einer Messe in der Heiligen-Geist-Kathedrale in Istanbul.

(ht/sda)

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