Benedikt XVI. empfängt Vertreter islamischer Länder
publiziert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 16:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Sep 2006 / 16:30 Uhr

Rom - Nach den Protesten gegen seine umstrittenen Äusserungen zum Thema Islam hat Papst Benedikt XVI. die Vatikan-Botschafter islamischer Staaten zu einem Gespräch geladen.

Papst Benedikt XVI. sucht nun direkt den Dialog mit den Muslimen.
Papst Benedikt XVI. sucht nun direkt den Dialog mit den Muslimen.
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Das Treffens findet an diesem Montag in Castel Gandolfo statt. Das Ziel des Treffens in der päpstlichen Sommerresidenz bei Rom sei es, zum Dialog mit den Muslimen zurückzukehren, sagte Kardinal Paul Poupard, der Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, der Zeitung «La Repubblica» (Sonntagausgabe).

Insgesamt würden 18 diplomatische Vertreter aus Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung an der Audienz teilnehmen. «Die positiven Antworten der Botschafter auf die Einladung des Papstes sind ein gutes Zeichen und lassen für die Zukunft hoffen», sagte Poupard.

Unterdessen hat der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, Europas Politikern vorgeworfen, den Papst im Streit um seine in Regensburg gehaltene Rede gegen den islamischen Fundamentalismus im Stich gelassen zu haben.

Mangelnde Unterstützung

«Ich war enttäuscht, dass es nicht mehr europäische Führer gab, die sagten: Natürlich hat der Papst das Recht, seine Ansichten zum Ausdruck zu bringen», sagte Barroso der «Welt am Sonntag».

Das Problem seien nicht die Äusserungen des Papstes, sondern die Reaktionen der Extremisten. Gleichzeitig forderte er die moderaten Führer in der islamischen Welt auf, «sich deutlicher von diesem Extremismus abzugrenzen».

Das Zitat

Der Papst hatte am 12. September in Regensburg einen byzantinischen Kaiser aus dem 14. Jahrhundert mit den Worten zitiert, der Prophet Mohammed habe nur «Schlechtes und Inhumanes» gebracht, weil er den Glauben mit dem Schwert verbreiten lassen wollte.

Nach Protesten in der islamischen Welt hatte Benedikt XVI. bereits mehrmals bedauert, dass seine Äusserungen missverstanden worden seien. Angesichts des islamischen Terrors hatte der Papst seine Ablehnung einer Glaubensverbreitung durch Gewalt in den Mittelpunkt der Rede gestellt.

Das Zitat spiegle nicht sein persönliches Denken wider, betonte er, nahm aber keine Aussage zurück.

(fest/sda)

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