Benzinpreis-Erhöhung in Bolivien nach Unruhen gestoppt
Benzinpreise in Bolivien steigen doch nicht
publiziert: Samstag, 1. Jan 2011 / 09:49 Uhr / aktualisiert: Samstag, 1. Jan 2011 / 13:59 Uhr
Evo Morales will weiteren Protesten vorbeugen.
Evo Morales will weiteren Protesten vorbeugen.

La Paz - Nach heftigen Protesten gegen eine drastische Verteuerung des Benzins hat Boliviens Präsident Morales die Preiserhöhung zurückgenommen. In einer Radio- und Fernsehansprache sagte Morales am Freitag, alles bleibe beim Alten. Doch die Lage bleibt gespannt.

3 Meldungen im Zusammenhang
Morales sagte, er habe geschworen, entsprechend dem Willen des Volkes zu regieren. «Ich habe gehört, was meine Genossen sagen», erklärte der linke Politiker. Damit werde auch eine Lohnerhöhung hinfällig, mit der ein Anstieg des Benzinpreises abgefedert werden sollte: «Alles wird wieder wie es war.»

Mit der Rücknahme der umstrittenen Erhöhung der Benzinpreise hat Morales die Unruhen im Lande zu beenden versucht. Vor fünf Jahren war sein Vorgänger Carlos Mesa nach Protesten gegen eine Verteuerung des Treibstoffs gestürzt worden. Damals hatte Morales die Opposition angeführt.

Gewaltsame Proteste

Am vergangenen Wochenende hatte die Regierung des südamerikanischen Staates die bis dahin stark subventionierten Benzinpreise um 83 Prozent angehoben. Dies löste eine wachsende Protestwelle aus.

Am Mittwoch hatte Morales bereits mit der Heraufsetzung der Mindestlöhne um 20 Prozent die Lage zu entspannen versucht. Es war vergeblich. Selbst Koka-Bauern in der Region um Cochabamba, deren Chef Morales zwei Jahrzehnte gewesen war, blockierten aus Protest Strassen.

Am Donnerstag kam es in der Hauptstadt La Paz und weiteren Städten wie El Alto und Cochabamba im Westen des Landes zu teils gewalttätigen Demonstrationen. Dabei wurden 15 Polizisten verletzt. Die Menge griff Amtsgebäude und Zentralen von mit Präsident Morales verbündeten Organisationen an. Die Sicherheitskräfte nahmen nach eigenen Angaben mehr als 30 Demonstranten fest.

Millionenschwere Subventionen

Mit der Preiserhöhung wollte Morales den Schmuggel des subventionierten Treibstoffes in Nachbarländer unterbinden. Bolivien gibt umgerechnet rund 350 Millionen Dollar pro Jahr für die Subventionierung aus, was etwa zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) entspricht. Im neuen Jahr könnten sogar 500 Millionen Dollar fällig werden.

Bolivien gehört zu den Staaten, die den Benzinpreis durch Subventionen künstlich niedrig halten. Durch den Abbau der Hilfen wäre der Preis für ein Liter Diesel auf 6.80 Bolivianos - etwa 89 Rappen - angestiegen.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
La Paz - Der bolivianische Präsident ... mehr lesen
Morales: Subventionskürzung sei «kein Fehler» gewesen.
La Paz - In Bolivien hat Präsident Evo Morales als Reaktion auf die Proteste gegen erhöhte Benzinpreise Lohnerhöhungen versprochen. In einer TV-Ansprache kündigte Morales an, dass der landesweite Mindestlohn von umgerechnet rund 10 Franken um 20 Prozent angehoben werde. mehr lesen 
La Paz - In Bolivien können Arbeitnehmer im kommendem Jahr entgegen dem weltweiten Trend früher als bisher in Rente gehen. Präsident Evo Morales unterzeichnete ein Gesetz, das das Rentenalter von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen auf einheitlich 58 Jahre senkt. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. mehr lesen 1
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Die Schweizer Botschaft in Berlin mit Tunnel-Schriftzug.
Gotthard 2016  Berlin - «Tunnel» - mit sechs Riesenbuchstaben feiert die Schweizer Botschaft in Berlin die ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 14°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 15°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten